Ein Lernpfad für besseres Agile Coaching – Agile Coaching Zertifizierungen

Warum sind gerade heute Agile Coaching Zertifizierungen wichtiger denn je?

Agile Coaching – So weit verbreitet, wie unklar

Unzählige Personen arbeiten heute als Agile Coach. Sucht man unter LinkedIn eingegrenzt auf den DACH-Raum nach der aktuellen Position Agile Coach, bekommt man 3.900 Treffer. Trotz der immer stärkeren Verbreitung bleibt es für viele Defuse: “Was ein Agile Coach ist?” “Was einen guten Agile Coach auszeichnet?” und “Wie werde ich ein guter Agile Coach?”.

Das führt zu endlosen Diskussionen, da jeder “Agile Coach” meint das seine Sicht und sein Weg der Beste ist und die Anderen sich daran orientieren sollten. Gleichzeitig haben viele Agile Coaches Herausforderungen ihren Ansprüchen und der ihrer Klienten gerecht zu werden, da die Begleitung nachhaltiger Veränderungen anspruchsvoll ist.

Agile Coaching Zertifizierungen als Orientierung

Für mich persönlich geben die Agile Coaching Zertifizierungen eine gute Orientierung für die obigen Fragestellungen. Aus diesem Grund habe ich bereits in der Folge “Agile Coaching Kompetenzen”, die Coaching Competencies von der Scrum Alliance als Orientierung aufgearbeitet, sowie in in der Folge Scrum Master und Agile Coach, die beiden Rollen differenziert, und möchte in dieser Folge zusammen mit Johannes Schartau, Eva Gysling, Olaf Lewitz, Christoph Lukas und Anja Stiedl einen weiteren Einblick in diesen Entwicklungspfad geben.

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Wie seit ihr auf die Agile Coaching Zertifizierung der Scrum Alliance aufmerksam geworden?

Was hat euch motiviert diesen Weg zu gehen?​

Was zeichnet die Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance aus?

Die Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance, Certified Team Coach (CTC) or Certified Enterprise Coach (CEC), unterscheiden sich Maßgeblich von den anderen Zertifizierungen der Scrum Alliance.

Mehr Informationen zu diesem Programmen, dem Ablauf des Application Prozesses und den Voraussetzungen findest du hier.

Darstellung der zentralen Eigenschaften der Coaching Programme und die dahinter liegende Intention

In diesem Abschnitt möchten wir die zentralen Eigenschaften des Programms herausstellen und einen Einblick geben, warum wir diese als sinnvolle Bausteine für die Entwicklung Reflexion guten Agile Coachings sehen.

Certified Team Coaches

1
Weltweit
1
DACH

Certified Enterprise Coaches

1
Weltweit
1
DACH
Agile Coaching Zertifizierungen

Die zentralen Charakteristika

Das Ziel der Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance ist weniger, die Konformität zu bestimmten Praktiken oder Mechaniken abzuprüfen, sondern das Herausstellen des eigenen Stils im Einklang mit dem was gute Agile Coaches übergreifend auszeichnet.

Die Scrum Alliance beschreibt klare Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit man sich für die CTC und CEC Zertifizierungen bewerben kann. Die wichtigsten Voraussetzungen sind:

  • aktive/r Scrum Alliance CSP-SM oder CSP-PO
  • 1000 Coaching Stunden in den letzten 2 Jahren (CTC) auf Team-Ebene (mehrere Teams)
  • 2000 Coaching Stunden in den letzten 3 Jahren (CEC) auf Unternehmens-Ebene inkl. Executive-Ebene
  • entsprechende Erfahrung, Fähigkeiten und Mindset müssen gezeigt werden

Die Details dazu können auf der Scrum Alliance Seite (Anforderungen an CTC resp. CEC) nachgelesen werden, oder Ihr wendet Euch an das deutschsprachige Chapter der Scrum Alliance. Dort haben wir eine Arbeitsgruppe, die sich mit CTC/CEC Zertifizierungen beschäftigt. Wir geben sehr gerne Auskünfte zum Prozess und zertifizierte CTC/CECs unterstützen auch Leute, die sich auf die Reise begeben.

Die Applikation ist schriftlich: du musst verstehen und beschreiben, was dich als Coach auszeichnet. Dafür ist viel Reflexion erforderlich und die Fähigkeit, diese gut artikulieren zu können. Warum ist das wichtig:

  1. Damit du deinen Auftraggebern erklären kannst, was du tust und wie du es tust, damit sie verstehen, wofür sie dich bezahlen.
  2. Damit die Menschen mit denen du arbeitest, von dir lernen können was du tust, so dass wir uns im Sinne der “sustainable agility” als Coaches selbst überflüssig machen können.

Als alternativer Pfad zur Ze

Die Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance sind bewusst unabhängig (Nicht gekoppelt) von dedizierten Ausbildungsprogrammen.

Bei einer Bindung der Zertifizierung an eine Ausbildung führt in der Regel zu einer Vermittlung definierter Kompetenzen und deren Abprüfung. Es gibt nicht den einen Weg, wie ein Agile Coach agieren kann und es gibt unterschiedliche Stile.
Deswegen konzentrieren sich die Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance auf die Reflexion eines profunden Vorgehens im eigenen Stil.

In den Agile Coaching Zertifizierungen der Scrum Alliance liegt der Fokus auf den drei Bereichen:
⁃ Coaching Mindset
⁃ Coaching Kompetenzen
⁃ Coaching Spezialties

Im ersten Abschnitt geht es um die Reflexion der Coaching Haltung. Dabei wird besonderen Wert auf die Orientierung der Unterstützung am Klienten gelegt und das Handeln aus einem Growth Mindset heraus.

Im zweiten Abschnitt geht es um die Coaching Competencies. Von Bewerbern wird erwartet, dass sie in ihrem eigenen Stil mit eigenen Erfahrungen ihrem eigenen Handeln folgende Agile Coaching Kompetenzen herausstellen können.
⁃ Assess
⁃ Balance Consulting & Coaching
⁃ Catalyse
⁃ Facilitate
⁃ Educate
Zu diesen Kompetenzen findet ihr hier eine eigene Podcast-Folge.

In dritten Abschnitt geht es um das Herausstellen von Coaching Specialties, also Schwerpunkten, in denen man sich besonders vertieft hat und die einen als Agile Coach besonders auszeichnen.

Erzwingt Selbstreflexion des eigenen Coaching-Handelns und schärft damit die eigene Intention.
Es ist eine Lern-Reise mit externen Feedback (Reviewer bzw. anderer Coaches, die bei der Lernreise unterstützen) und eigener Reflexion (s.o.) und Findung von Potential für persönliche Weiterentwicklung. Letztendlich gibt es kein “Durchfallen”, sondern ggf. nur ein Weiterführen der Reise bis man mehr gelernt hat.
Die CTC/CEC Applikation zwingt dazu, das eigene Handeln zu reflektieren und sich über die eigene Intention klar zu werden. Mit dem Feedback aus dem Peer Review ist das die Basis für eine Lernreise zur persönlichen Weiterentwicklung.

Um CTC/CEC zu werden sind Empfehlungen von Menschen, mit denen man tatsächlich gearbeitet hat, notwendig. Eine von einem Mentor und zwei von Firmen, bei denen man hoffentlich Wert gestiftet hat. Das bedeutet, dass dieser Weg nicht ein praxis-entkoppelter Test ist. Man sollte tatsächlich irgendwo etwas Positives bewirkt haben und dies durch die Empfehlung nachweisen können. Ein Mentor arbeitet direkt mit einem und zeigt Entwicklungspotential auf. Die Empfehlung erfolgt also von einem Menschen, der einen kennt und auf dem eigenen Weg begleitet hat.

In dem Artikel My Journey to CTC beschreibt Johannes, wie ihm gerade dieser Aspekt in seinem persönlichem Wachstum geholfen hat.

Was habt ihr persönlich aus dem Durchlaufen der Agile Coaching Zertifizierung mitgenommen?

Was ihr Leuten empfehlen würdet, wenn sie an ihrer Wirkung als Agile Coach arbeiten wollen?

Unsere Gäste

Ohne diese erfahrenen Agile Coaches wäre diese Folge und diese Zusammenfassung nicht möglich gewesen! Danke für eure Eindrücke und Unterstützung!

Johannes Schartau

Johannes Schartau ist Berater, Trainer und Coach für agile Produkt- und Organisationsentwicklung bei Holisticon in Hamburg. Mit Liberating Structures, integraler und Komplexitätstheorie, sowie Humor und Empathie schafft er Räume für Gruppen, in denen sie selber wirksam werden können.

Eva Gysling

Eva Gysling arbeitet mit ihrer Firma Blue Agile in der Schweiz als Coach, Trainerin und Beraterin. Dabei unterstützt sie Unternehmen bei der Anpassung an die heutige sich schnell wandelnde und unsichere Welt. Sie setzt ihre Erfahrung und ihr Wissen täglich in der Arbeit mit ihren Kunden auf Transformations Reisen hin zu einem sinnvollen Ziel für das einzelne Unternehmen ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist Leadership Coaching.

Olaf Lewitz

Olaf ist Trust Artist und Coach aus Berlin. Er hilft Führung sich zu entwickeln, Menschen und Organisationen sich zu entfalten und bringt Leute von der fixen Idee ab, “agil” werden zu wollen. Olaf glaubt an die Ordnung stiftende Kraft der Liebe und daran, dass häufiger mal klare Grenzen gezogen werden sollten.

Christoph Lukas​

Christoph ist systemischer Coach und Trainer bei pingworks und flowdays. Damit vertrauensvolle, Sinn stiftende Arbeitsumfelder entstehen, unterstützt er Teams und Führungspersonen mit Coaching und Mentoring und begleitet Unternehmen auf dem Weg zu mehr Anpassungs- und Innovationsfähigkeit.

Anja Stiedl

Anja ist das Agile Zebra und setzt im Coaching auf die Einzigartigkeit von Menschen, Teams und Organisationen. Durch systemische und lösungsfokussierte Fragestellungen arbeitet sie mit ihren Kunden an kreativen und individuellen Lösungen für die jeweilige Situation. Spaß an der Arbeit mit Menschen ist ihr Geheimrezept.

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