Der Scrum Master Methodenkoffer

Scrum Master Methodenkoffer

Was zeichnet eigentlich einen wirklich guten Scrum Master aus?

Scrum gibt es jetzt seit über 25 Jahren. Man sollte meinen, dass es gute Antworten auf eine so zentrale Frage gibt. Die Sachen die ich hier bisher gelesen habe, sind stark geprägt von einer Sicht eines erfahrenen Mentors. Sie sind an entscheidenden Stellen nicht konkret genug zu greifen. Sie schlagen an entscheidenden Stellen theoretische Konstrukte vor, die nicht zu meiner Erfahrung der letzten 10 Jahre passen. Nach meinem Verständnis braucht es Austausch und Diskurs, um hier eine wirklich konkrete und greifbare Orientierung für praktizierende Scrum Master zu schaffen. Deswegen will ich in den nächsten Wochen im Austausch mit euch zentrale Aspekte aufarbeiten, die uns in der Summe helfen eine gute Antwort auf die obige Frage zu geben. Was einen guten Scrum Master Methodenkoffer auszeichnet ist dabei nur der erste Aspekt, den ich hier dazu aufarbeiten möchte. 

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 Das Thema der Woche in unserer “Scrum meistern Community”

Um mich besser mit euch austauschen zu können, habe ich unsere Scrum meistern Community geschaffen. Um jetzt noch besser in den Austausch zu den spannenden Fragen zu kommen, stellen wir jetzt pro Woche ein Thema der Woche vor. Als Anstoß für den Austausch stellen wir von Sonntag bis Donnerstag um 17:00 Fragen rein und wir freuen uns natürlich auch auf eure weiteren Perspektiven, Erfahrungen, Tipps & Fragen.

Als erstes Thema hatten wir uns zum Thema Methodenkompetenz ausgetauscht. Diese Podcast-Folge und dieser Artikel fassen dazu mein konsolidiertes Verständnis nach dem tollen Austausch in der Community zusammen. Danke nochmal an jeden, der sich hier in den Austausch eingebracht hat 🙂
Ich würde mich freuen, wenn auch ihr euch in den Austausch einbringt und wir aus dem Diskurs zu mehr Klarheit bei zentralen Themen kommen.

Scrum Master Methodenkoffer

Aus dem großartigen Austausch in der “Scrum meistern Community” ist bei mir folgendes Verständnis entstanden:

Das zeichnet für mich einen guten Scrum Master Methodenkoffer aus 

Einen guten Methodenkoffer besitzen und die Kompetenz diesen wirkungsvoll einsetzen zu können

Als Scrum Master helfen wir unserem Scrum Team und dem Umfeld in enger Zusammenarbeit gute Ergebnisse zu schaffen und sich stetig weiterzuentwickeln. Damit wir als Scrum Master hier effektiv unterstützen können, benötigen wir einen entsprechenden Methodenkoffer und die Kompetenz, diese Werkzeuge bedarfsgerecht und wirkungsvoll einzusetzen.

Folgende Aspekte umfasst diese Kompetenz eines Scrum Masters

  1. Situative Awareness: Nur wenn man eine Awareness hat für die Situation und was das Problem ist, kann man passende Werkzeuge wirklich wirkungsvoll auswählen und für die passgenaue Nutzung in dem jeweiligen Kontext einbringen.
  2. Set an Methoden: Ein ausreichendes Set an Methoden, um das Scrum Team und Umfeld effektiv zu unterstützen.
  3. Methoden zu adaptierenDie bloße Masse an Methoden zu kennen reicht nicht aus. Ist man in der Lage, seine Methoden zu adaptieren und auch für andere Kontexte auszuweiten, dann kann man natürlich passgenauer, flexibler und wirkungsvoller agieren.
  4. In der Interaktion direkt nachjustieren: Gute Scrum Master können direkt in der Interaktion ihre Methoden nachjustieren, um bestmöglich der aktuellen Situation gerecht zu werden.
  5. Neue Methoden erfinden: Die Königsdisziplin ist es für Situationen, wo man bisher keine passenden Werkzeuge sieht neue zu erfinden, um auch hier effektiv unterstützen zu können

Hinweise zum Aufbau deines Scrum Master Methodenkoffers

Situative Awareness

Werkzeuge sollten niemals für den Selbstzweck sein, sondern ein Mittel, um hier gemeinsam effektiver zusammenzuarbeiten und sie sollten uns helfen ein Problem zu lösen. Dazu muss ein Scrum Master als Basis den Kern von Scrum verstanden haben, um daraus ein Gefühl zu entwickeln, wie man diesen Rahmen effektiv nutzt. Wo man wie effektiv unterstützt und wo sich typischerweise die beteiligten Personen mit Scrum zumindest anfangs schwer tun.

Wir dürfen ja nicht vergessen Scrum unterscheidet sich in vielen Umgebungen maßgeblich von der vorhergehenden Arbeitsweise. Was ja an sich auch gut ist, weil nur mit einer signifikant anderen Arbeitsweise haben wir auch eine Chance auf signifikant bessere Ergebnisse. Das ändert aber nichts daran, dass daraus in vielen Umgebungen ein breites Set an Herausforderungen und Dysfunktionen aufkommen.

Das beste Verständnis dazu baut man dazu auf, indem man Scrum in einer sicheren Umgebung erlebt. Einfach nur bei einem erfahrenen Scrum Master mitzulaufen reicht hier allein nicht aus. Da fängt man eher an sich die bewährten “Kochrezepte” abzuschauen und wenn man diese auf einen anderen Kontext unreflektiert überträgt, dann macht man sich, um es freundlich zu sagen selten Freunde.

Um die zentralen Aspekte zu erleben, kannst du dazu beispielsweise in ein gutes interaktives Scrum Master Training gehen. Ein kostenloser kleinerer Einstieg kann hier aber auch schon die Teilnahme an meinem kostenlosen Webinar den Kern von Scrum erleben sein, so wir in 90 Minuten Scrum von planvollen Herangehensweisen abgrenzen, den Kern von Scrum herausstellen und in meiner Simulation erlebbar machen.

Darüber hinaus hilft es ungemein echte Fallbeispiele strukturiert mit anderen Praktikern durchzusprechen, um ein Gefühl für typische herausfordernde Situationen zu gewinnen und gemeinsam eine große Bandbreite an Ansatzpunkten zu den dargestellten Problemen kennenzulernen. Dazu war mir leider der Austausch auf freien Community Events zu unverfänglich und deswegen bildet der strukturierte Austausch mit anderen Praktikern den Kern von unserem Mentoring Programm.

Dadurch, dass alle ein gemeinsames Verständnis haben, wie wir hier die Fälle aufarbeiten und in den Austausch gehen bin ich immer wieder unglaublich begeistert, wie gut dieser Austausch klappt und wir in der Breite eine Idee gewinnen, wie man hier zu herausfordernden Situation vorgehen kann.
Wenn du mal einen Eindruck gewinnen möchtest, was sich hier für mich bewährt hat, um einen solchen Austausch zu strukturieren, dann komm gern in unser kostenloses Webinar zum Scrum Master Dojo, dort arbeiten wir alle 4-6 Wochen gemeinsam in dieser Form einen Fall auf.

Set an Methoden

In der agilen Community gibt es tolle Ressourcen, wie den Retromaten oder Liberating Structures. Solche Seiten geben einem zu bestimmten Themenfeldern eine tolle Übersicht mit einer Vielzahl von Methoden. Genauso gibt es sehr praxisnahe Bücher, die einem neue Methoden und Ansätze vermitteln. Beispielsweise das Buch “Find your Why” hat mir geholfen, einen Ansatz zu lernen, mit dem ich meinen eigenen Purpose reflektieren konnte und letztlich habe ich meine Firma EnableChange GmbH danach benannt.

Aus meiner Erfahrung reichen solche Ressourcen alleine nicht aus und es fällt oft schwer, den passenden Einstieg und die notwendige Orientierung zu finden, um sich ein eigenes Methoden-Set aufzubauen. Für mich ist der zentrale Enabler, die direkte Interaktion und das Erleben neuer Ansätze. Das passiert beispielsweise in einem guten Scrum Training oder bei guten Community Events beispielsweise von der Liberating Structures User Group.

Aus solchen Eindrücken kann man sich dann weiter orientieren und sich sukzessive fragen: In welchen Bereichen brauche ich weitere Methoden, um als Scrum Master effektiv zu agieren?

Methoden zu adaptieren

Nur wer Methoden wirklich verstanden hat, kann diese auch variieren und abwandeln. Es braucht ein gutes Verständnis der übergreifenden Intention hinter einer Methode kombiniert mit einem guten Verständnis des Wirkens der einzelnen Elemente. Mir hat es darüber hinaus geholfen, zu sehen, wie andere ihre Methoden variieren und mich mit ihnen auszutauschen, warum sie in bestimmten Situationen anders vorgehen oder warum sie bestimmte Methoden für sich abgewandelt haben.

Aktuell frage ich mich noch, was es darüber hinaus braucht? Vermutlich Übung, auch mal bewusst Methoden abzuwandeln und dazu eben auch der Austausch mit anderen Praktikern. Dies möchte ich perspektivisch in unserer Scrum meistern Community aufgreifen und mit passenden Formaten experimentieren, um so zu helfen hier die Reise zu beschleunigen.

Nach meinem Gefühl hilft hier die Aufarbeitung von Fallbeispielen, wie wir es in den Application Calls im Mentoring Programm machen ungemein, um mögliche Ansatzpunkte und potentielle Methoden ausfindig zu machen, und ein eigenes Gefühl dafür zu entwickeln, was wo potentiell passen könnte.
Letztlich stärken wir über solche Wege unsere Intuition. Wobei ich mich noch aufbauend frage, ob man die Awareness für die jeweilige Situation und die Anwendbarkeit nicht doch weiter systematisieren kann, um die Reise für aufstrebende Scrum Master und Agile Coaches zu beschleunigen.

In der Interaktion direkt nachjustieren

Vermutlich ist es ein Teil der Übung, zu variieren und darin souveräner zu werden. Habt ihr sonst eine Idee, wie man hier die Lernreise bescheinigen kann?

Neue Methoden erfinden

Aktuell kenne ich keine gute generelle Systematik um euch neue Methoden zu entwicklen.
Aus der Erfahrung das Kanban Pizza Game und die Remote Scrum Simulation (Haus vom Nikolaus) entwickelt zu haben, kann ich ein wenig Orientierung zur Entwicklung effektiver Lernsimulationen geben.
Was aus meiner Sicht ein gutes agiles Spiel auszeichnet habe ich vor einigen Jahren in folgenden Artikel zusammengefasst: What makes a good Agile Game?
Meine Erfahrungen worauf es in der Entwicklung wirkungsvoller Lernsimulationen ankommt, habe ich in folgendem Video dargestellt:
 
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Was hat sich für dich bewährt, um hier an deiner Methodenkompetenz zu arbeiten?

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