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Retrospektiven: System-Muster erkennen statt Symptome sammeln

von Ralf Kruse

"Kommunikation verbessern" — zum dritten Mal in Folge als Retro-Ergebnis. Kommt dir bekannt vor?

Das Problem mit Symptom-Sammlung

Viele Retros enden mit einer Liste von Dingen, die nicht gut laufen. Das Team stimmt ab, nimmt sich die Top-3 vor — und beim nächsten Mal tauchen dieselben Themen wieder auf. Nur anders formuliert.

Von Symptomen zu Mustern

Statt zu fragen "Was lief nicht gut?", probiere: "Welche Situation hat sich in den letzten 3 Sprints wiederholt?"

Das zwingt das Team, über den einzelnen Sprint hinauszudenken. Wiederkehrende Situationen deuten auf systemische Muster hin.

Ein Beispiel

Symptom: "Wir schaffen unsere Sprint-Ziele nicht." Wiederkehrende Situation: "Jede Woche kommt eine dringende Anfrage vom Support." System-Muster: Keine klare Grenze zwischen Produkt-Entwicklung und operativem Support.

Drei Fragen für deine nächste Retro

  1. Was hat sich wiederholt? (nicht: was war schlecht)
  2. Wer oder was beeinflusst das von außen? (System-Grenzen)
  3. Was müssten wir fundamental ändern? (nicht: optimieren)

Das Ergebnis sind weniger Action Items — aber solche, die tatsächlich etwas verändern.

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