Retrospektiven: System-Muster erkennen statt Symptome sammeln
"Kommunikation verbessern" — zum dritten Mal in Folge als Retro-Ergebnis. Kommt dir bekannt vor?
Das Problem mit Symptom-Sammlung
Viele Retros enden mit einer Liste von Dingen, die nicht gut laufen. Das Team stimmt ab, nimmt sich die Top-3 vor — und beim nächsten Mal tauchen dieselben Themen wieder auf. Nur anders formuliert.
Von Symptomen zu Mustern
Statt zu fragen "Was lief nicht gut?", probiere: "Welche Situation hat sich in den letzten 3 Sprints wiederholt?"
Das zwingt das Team, über den einzelnen Sprint hinauszudenken. Wiederkehrende Situationen deuten auf systemische Muster hin.
Ein Beispiel
Symptom: "Wir schaffen unsere Sprint-Ziele nicht." Wiederkehrende Situation: "Jede Woche kommt eine dringende Anfrage vom Support." System-Muster: Keine klare Grenze zwischen Produkt-Entwicklung und operativem Support.
Drei Fragen für deine nächste Retro
- Was hat sich wiederholt? (nicht: was war schlecht)
- Wer oder was beeinflusst das von außen? (System-Grenzen)
- Was müssten wir fundamental ändern? (nicht: optimieren)
Das Ergebnis sind weniger Action Items — aber solche, die tatsächlich etwas verändern.