Sprint Planning - Von der Vorbereitung bis zur Festlegung des Sprint-Ziels

Dein Sprint Planning läuft nicht rund? Lerne, wie du alte Muster wie Fremdsteuerung und Überplanung durchbrichst und ein Team zu echter Selbstorganisation führst.

27. Januar 202035:49
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das eigentliche Problem im Sprint Planning sind selten die Scrum-Regeln, sondern die unbewusste Übertragung vor-agiler Muster wie detaillierter Vorab-Planung und Fremdsteuerung.
  • Die Definition of Ready ist kein Werkzeug zur Abgrenzung ("das ist noch nicht fertig für uns"), sondern eine Checkliste für den Product Owner, um sicherzustellen, dass Items besprechbar sind.
  • Ein klares, gemeinsames Sprint-Ziel ist der entscheidende Anker für Priorisierung und Fokus – ohne es verhandelt das Team nur über Aufwände.
  • Nutze inklusive Moderationsmethoden (z.B. mit Zetteln), um das ganze Team in die Item-Auswahl einzubeziehen und Druck vom Product Owner zu nehmen.
  • Plane mit einer realistischen Menge von 5-10 Items pro Sprint, um Komplexität zu reduzieren und Transparenz über Fortschritt zu erhöhen.

Worum es geht

Versteht mich nicht falsch: Scrum ist einfach zu verstehen. Die Krux liegt in der Anwendung für deine Zwecke in deinem Kontext. Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams im Sprint Planning scheitern, weil sie die Intention der Praktiken nicht verstehen.

  • Die Herausforderung entsteht aus der Andersartigkeit der vorhergehenden Arbeitsweise.* Alte Gewohnheiten wie "der Plan muss von Anfang bis Ende stehen" oder "der Chef weist Aufgaben zu" schleichen sich in das agile Framework. Das Ergebnis sind Planungen, in denen sich das Team fremdgesteuert fühlt, der Product Owner überraschend neue Anforderungen einbringt und am Ende kein klares gemeinsames Ziel steht.

Lasst uns mal gemeinsam abgleichen: Wie führt man ein Sprint Planning, das nicht nur den Prozess abhakt, sondern das Team wirklich befähigt, im nächsten Sprint den wertvollsten Beitrag zu leisten? Diese Episode geht den strukturellen Ursachen auf den Grund und gibt konkrete, praxiserprobte Hebel für Scrum Master und Product Owner an die Hand.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode taucht tief in die operative Praxis von Scrum-Teams ein. Sie ist ein essenzieller Leitfaden für alle, die Sprint Plannings nicht nur durchführen, sondern wirklich verbessern und die zugrundeliegenden Dysfunktionen auflösen wollen.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master spürst, dass eure Planungen zäh sind, das Team unmotiviert ist und du nach konkreten Moderationswerkzeugen suchst.
  • Als Product Owner unsicher bist, wie du dich optimal vorbereitest, ein klares Sprint-Ziel formulierst und das Team nicht unter Druck setzt.
  • Als Teammitglied das Gefühl hast, in der Planung nur Aufgaben "zugewiesen" zu bekommen, anstatt den Sprint aktiv mitzugestalten.

Episoden-Insights

Die wahre Herausforderung sind unsichtbare, vor-agile Muster

Ein effektives Sprint Planning beginnt mit der Erkenntnis, dass die größten Blockaden nicht in Scrum selbst liegen. Sie entstehen, wenn Teams und Organisationen unbewusst Muster aus alten Arbeitswelten übertragen: die Erwartung eines detaillierten, feststehenden Gesamtplans, die Gewohnheit der Fremdsteuerung durch Vorgesetzte und die Denkweise in Einzelverantwortlichkeiten. Diese Muster kollidieren mit der Idee der Selbstorganisation und führen zu Dysfunktionen wie der "Überraschungsparty" des Product Owners oder einem Team, das sich passiv Aufgaben zuweisen lässt.

"Scrum ist einfach zu verstehen, die Krux liegt in der Anwendung für deine Zwecke in deinem Kontext."

Die Definition of Ready ist eine PO-Checkliste, keine Team-Barriere

Ein häufiges Missverständnis ist die Nutzung der Definition of Ready (DoR) als Werkzeug zur Abgrenzung zwischen Product Owner und Development Team. Das Team sagt dann: "Das Item erfüllt die DoR nicht, also können wir es nicht planen." Das ist falsch. Die DoR ist primär eine Checkliste für den Product Owner, um sicherzustellen, dass die Items, die er in die Planung bringt, gut vorbereitet und damit besprechbar sind. Sie dient der Transparenz und Qualität der Vorbereitung, nicht der Verhinderung von Arbeit.

Das Sprint-Ziel ist der entscheidende Anker für Fokus

Ohne ein klares, gemeinsames Sprint-Ziel verkommt die Planung zur Verhandlung über Aufwände und Einzelitems. Das Sprint-Ziel beantwortet die Frage: "Warum nehmen wir genau diese Items in den nächsten Sprint?" Es schafft einen gemeinsamen Fokus, ermöglicht Priorisierungsentscheidungen ("Trägt dieses Item zum Ziel bei?") und gibt dem Team Autonomie in der Umsetzung. Ein gutes Ziel ist wertorientiert, konkret und vom gesamten Team verstanden und mitgetragen.

Moderation muss Inklusion und gemeinsames Verständnis schaffen

Die Art der Moderation entscheidet darüber, ob das Planning ein Dialog oder eine Belehrung wird. Eine effektive Methode ist es, dem Team die Auswahl der Items aktiv in die Hand zu geben – beispielsweise durch eine anonyme Dot-Voting-Methode mit Zetteln. Dies baut Druck ab, fördert das Engagement aller Teammitglieder und verhindert, dass der lauteste oder der Product Owner allein die Auswahl trifft. Die Rolle des Scrum Masters ist es, diesen Prozess zu moderieren und sicherzustellen, dass ein gemeinsames Verständnis entsteht.

Dein nächster Schritt

Kommt dir das bekannt vor? Die beschriebenen Dysfunktionen sind häufig der Grund, warum Agilität nicht die erhofften Ergebnisse bringt. Wenn du diese Muster in deinem Team durchbrechen willst, hol dir unseren praxisnahen Kompakt-Guide.

Kompakt-Guide: Die 5 tödlichen Sprint-Planning-Fehler

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