User Stories - Interview mit Jens Coldewey

User Stories sind mehr als Templates. Lerne, wie du durch Empathie für den Anwender bessere Produkte baust und das häufige Missverständnis im Team auflöst.

11. Februar 202016:21
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Das Wichtigste in Kürze

  • User Stories sind ein Werkzeug für Empathie, kein Formular. Ihr primärer Zweck ist es, im Team ein gemeinsames Verständnis und Mitgefühl für die Situation des Anwenders zu schaffen.
  • Der Fokus liegt auf dem Problem, nicht der Lösung. Eine gute Story erkundet die "Warum"-Frage hinter der Anforderung, um die eigentliche Nutzerherausforderung zu adressieren.
  • Entspannt euch und verlasst das Template-Denken. Die starre Anwendung von "Als... möchte ich... damit..." blockiert oft das Verständnis. Es geht um die Konversation, nicht um das perfekte Dokument.
  • Eine Story wird erzählt, nicht nur aufgeschrieben. Der wahre Wert entsteht im lebendigen Austausch und der gemeinsamen Diskussion über den Nutzerkontext.

Worum es geht

Viele Teams in der agilen Entwicklung nutzen User Stories als zentrales Werkzeug. Die Situation sieht oft so aus: Man füllt gewissenhaft ein Template aus, hakt Anforderungen ab und arbeitet sie ab. Das Problem ist nur: Dabei geht der eigentliche Sinn verloren. Aus einem lebendigen Instrument für Nutzerverständnis wird ein bürokratisches Formular.

Die Komplikation: Dieses Missverständnis führt dazu, dass Teams nutzerfern arbeiten. Sie liefern Features, die nicht das eigentliche Problem des Anwenders lösen, weil sie in Lösungsdetails statt in der Nutzerperspektive denken. Die entscheidende Frage ist daher: Wie können Teams User Stories wieder so nutzen, dass sie durch Empathie bessere Produkte bauen?

In diesem Interview mit Jens Coldewey, langjährigem Community-Mitglied und erfahrenem Zertifizierungstrainer, gehen wir dieser Frage auf den Grund. Wir beleuchten die strukturellen Ursachen des Missverständnisses und zeigen einen praxisnahen Weg zurück zur eigentlichen Stärke von User Stories.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach beobachtest, dass User Stories in deinem Team als leere Bürokratie behandelt werden und du die Haltung dahinter verändern möchtest.
  • Als Product Owner oder Product Manager spürst, dass eure Anforderungen zu lösungsgetrieben sind und ihr wieder näher an die eigentlichen Probleme eurer Nutzer kommen wollt.
  • Als Teammitglied in der Entwicklung das Gefühl hast, nur Tickets abzuarbeiten, ohne den größeren Nutzenkontext zu verstehen, und du nach einem besseren Verständnis suchst.

Episoden-Insights

User Stories sind ein Empathie-Werkzeug, kein Template

Das weit verbreitete Missverständnis ist, User Stories als starre Dokumentationsvorlage zu sehen. Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams dann über Formulierungen streiten, anstatt über den Nutzer zu sprechen. Das eigentliche Ziel der User Story ist es, im Team Empathie für den Anwender zu erzielen. Sie dient als Katalysator für eine gemeinsame Diskussion und ein geteiltes Verständnis der Nutzersituation.

"Das eigentliche Ziel von der User Story ist es, im Team Empathie für den Anwender zu erzielen."

Der Wert entsteht in der Erzählung, nicht im Aufschreiben

Eine User Story lebt von der Konversation. Der Fokus sollte darauf liegen, die Situation aus Sicht des Anwenders zu erfassen und zu kommunizieren – nicht darauf, sie perfekt in ein Raster zu pressen. Wenn das Template dabei hilft, gut. Wenn es blockiert, muss man es loslassen. Der schriftliche Teil dient lediglich als Erinnerungsstütze für das wesentliche Gespräch.

"Eine User Story wird erzählt, nicht aufgeschrieben. Es ist eine Konversation."

Entspannt euch und konzentriert euch auf das "Warum"

Der Druck, eine Story "richtig" zu formulieren, steht oft dem eigentlichen Verständnis im Weg. Kommt dir das bekannt vor? Teams verlieren sich in der Suche nach der perfekten Formulierung für "Als... möchte ich... damit..." und vergessen, das zugrundeliegende Nutzerproblem zu erkunden. Der Rat ist klar: Geht weg von dem Template und geht hin wirklich zu der Frage: Hab ich die Situation aus Sicht des Anwenders verstanden?

"Entspannt euch. Geht weg von dem Template und geht hin wirklich: Hab ich die Situation aus Sicht des Anwenders verstanden."

Dein nächster Schritt

Versteht mich nicht falsch – die Theorie zu kennen ist ein Anfang. Die echte Herausforderung ist die Umsetzung im Team-Alltag. Wenn du praktische Methoden und Tipps brauchst, um Nutzer-Empathie in deinen Anforderungen zu verankern, dann ist unser kompakter Guide der richtige nächste Schritt für dich.

Praktischer Guide: Vom Template-Denken zur Nutzer-Empathie

Erhalte konkrete Fragen, Workshop-Formate und Checklisten, um User Stories in deinem Team wieder zu ihrem eigentlichen Zweck zu führen.

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