Das Entwicklungsteam - Verantwortung und Teamdynamik für maximalen Erfolg

Warum Scrum-Teams oft wie Projektteams gesteuert werden und wie ein echtes, selbstorganisiertes Entwicklungsteam mit voller Verantwortung für Qualität aussieht. Erfahre die strukturellen Unterschiede.

3. März 202029:49
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Scrum-Entwicklungsteam ist rechenschaftspflichtig als Ganzes – nicht nur der einzelne Entwickler. Diese kollektive Verantwortung für Qualität und Ergebnis ist ein fundamentaler Unterschied zu klassischen Projektteams.
  • Die ideale Teamgröße von 3-9 Personen dient der Reduktion von Koordinierungsaufwand und ermöglicht effektive Selbstorganisation. Zu große Teams zerfallen in Subgruppen und verlieren ihre Schlagkraft.
  • Ein vollständiges Team mit allen notwendigen Fähigkeiten (Design, Entwicklung, Testing) kann früh und direkt Feedback liefern und vermeidet so teure späte Überraschungen und langwierige Abstimmungsschleifen.
  • Das Problem ist oft nicht mangelnder Wille, sondern die fortgeführte alte Steuerungslogik: Wenn Führungskräfte weiterhin wie in Projektteams Aufgaben zuteilen und kontrollieren, kann sich keine echte Selbstorganisation und Ownership entwickeln.

Worum es geht

In vielen Organisationen, die Scrum einführen, bleibt eine zentrale Stellschraube unverändert: die Ausrichtung und Steuerung des Entwicklungsteams. Was sich in der Theorie selbstorganisiert und verantwortlich nennt, wird in der Praxis oft weiterhin wie ein klassisches Projektteam geführt.

Das führt zu dem bekannten Frust: Die erhofften Vorteile von Scrum – höhere Geschwindigkeit, bessere Qualität, mehr Innovation – bleiben aus. Stattdessen fühlt sich das Team fremdbestimmt, und die Führung wundert sich über mangelndes Engagement.

In dieser Episode gehen wir der Frage nach: Was unterscheidet ein echtes Scrum-Entwicklungsteam fundamental von einer bloßen Ansammlung von Entwicklern? Und welche strukturellen Veränderungen sind nötig, damit Verantwortung und Teamdynamik wirklich zum Tragen kommen?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach spürst, dass dein Team nicht sein volles Potenzial entfaltet und eher "befohlen" als selbstorganisiert arbeitet. Du erhältst Argumente und ein klares Bild, um mit Führungskräften und dem Team über echte Veränderungen zu sprechen.
  • Als Führungskraft (Teamleiter, Abteilungsleiter) die Verantwortung für Teams trägst, die auf Scrum umstellen sollen, aber die erhofften Ergebnisse ausbleiben. Sie hilft dir zu verstehen, welche deiner eigenen Steuerungsmuster möglicherweise die neue Arbeitsweise blockieren.
  • Als Product Owner frustriert bist, weil das Entwicklungsteam nicht die erwartete Geschwindigkeit oder Qualität liefert und du das Gefühl hast, ständig "dahinterher" zu sein. Sie zeigt auf, wie ein richtig aufgestelltes Team deine Arbeit erleichtert und den Produkterfolg beschleunigt.

Episoden-Insights

Erkenntnis 1: Rechenschaftspflicht liegt beim gesamten Team, nicht beim Einzelnen

Ein entscheidender, aber oft übersehener Punkt im Scrum Guide ist die kollektive Verantwortung. Im klassischen Projektmanagement wird häufig die individuelle Leistung und Verantwortung des einzelnen Entwicklers betrachtet. In Scrum hingegen ist das Entwicklungsteam als Einheit für die Erreichung des Sprint Goals und die Lieferung eines "Done"-Inkrements verantwortlich. Diese Verschiebung verändert die Teamdynamik grundlegend: Sie fördert Zusammenarbeit, Wissensaustausch und gegenseitige Unterstützung, da der Erfolg oder Misserfolg ein gemeinsamer ist.

"Das Team ist für sich als Ganzes rechenschaftspflichtig."

Erkenntnis 2: Ein vollständiges Team vermeidet teure Feedback-Schleifen

Ein Team, das alle Fähigkeiten in sich vereint – von der Konzeption über die Entwicklung bis zum Test –, ist nicht nur schneller. Es ist vor allem effektiver in der Lernschleife. Es kann Annahmen direkt und ohne Umwege über externe Abteilungen oder Personen validieren. Dieser direkte Feedbackfluss ist ein enormer Wettbewerbsvorteil, da Fehlentscheidungen oder Missverständnisse viel früher aufgedeckt und korrigiert werden können.

Erkenntnis 3: Die Teamgröße ist ein Hebel für (oder gegen) Selbstorganisation

Die Scrum-Empfehlung von 3-9 Personen ist keine willkürliche Zahl. Sie ist das Ergebnis der Beobachtung, ab wann der interne Koordinierungsaufwand zu groß wird und die Effektivität leidet. In zu großen Teams bilden sich natürlich Subgruppen und Hierarchien, auch wenn sie nicht offiziell benannt werden. Diese internen Strukturen behindern die flache, direkte Kommunikation und die gemeinsame Verantwortungsübernahme, die für ein selbstorganisiertes Team essenziell sind.

"Wenn man das Alte weiter macht, muss man sich wundern, wenn man das Alte kriegt."

Dein nächster Schritt

Die Theorie eines echten Entwicklungsteams ist klar – die Umsetzung in der Praxis ist die Herausforderung. Wie steht es um die Selbstorganisation und Verantwortung in deinem Team?

Team-Check: Wie selbstorganisiert arbeitet ihr wirklich?

Lass uns in einem unverbindlichen Strategiegespräch gemeinsam betrachten, welche strukturellen Hebel in deiner Organisation angepasst werden müssen, damit Teams echte Verantwortung übernehmen können.

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