Das Scrum Guide Update 2020

Was sich 2020 im Scrum Guide wirklich geändert hat – und was das für Scrum Master, Product Owner und Teams in der Praxis bedeutet. Experten-Insights von Scrum.org, Scrum Alliance & Scrum Inc.

18. November 202043:52
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Guide ist kürzer und klarer: Er fokussiert sich auf das Wesentliche und ist weniger IT-lastig, was Missverständnisse reduziert und ihn für alle Branchen öffnet.
  • Ein Team, ein Ziel: Die drei Rollen (PO, SM, Entwickler) werden explizit als ein einziges Scrum Team definiert, das gemeinsam für den Wert verantwortlich ist.
  • Product Goal als zentrale Leitplanke: Ein neues, verbindliches Artefakt (neben Sprint Goal) schafft langfristige Orientierung und hilft, den Product Backlog zu fokussieren.
  • Scrum Master als wahrer Leader: Die Rolle wird gestärkt und richtet sich auf effektives Team-Self-Management und die Beseitigung von Hindernissen aus.
  • Kein "Sprint Commitment" mehr: Stattdessen spricht der Guide von einer Sprint Forecast – eine realistischere Beschreibung der Planungsunsicherheit.

Worum es geht

Der Scrum Guide ist die Grundlage für die Arbeit unzähliger Teams. Doch die Version vor 2020 war in der Praxis oft schwer verdaulich: zu lang, zu unklar und zu sehr auf IT-Kontexte zugeschnitten. Das führte häufig zu mechanischer Anwendung und Missverständnissen über den eigentlichen Geist von Scrum.

Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams Regeln befolgen, ohne den dahinterliegenden Zweck zu verstehen. Das Update 2020 setzt genau hier an. Es strafft, präzisiert und entrümpelt den Guide.

In dieser Expertenrunde diskutieren zertifizierte Trainer von Scrum.org, Scrum Alliance und Scrum Inc. die konkreten Änderungen. Die zentrale Frage: Was bedeuten diese Anpassungen nicht nur auf dem Papier, sondern für deine tägliche Arbeit mit Scrum? Es geht nicht um Revolution, sondern um eine geschärfte Einladung zu echter Zusammenarbeit.

Für wen?

Für wen?

Die Diskussion bietet für alle, die mit Scrum arbeiten, wertvolle Orientierung. Besonders profitieren Agile Begleiter und Produktverantwortliche, die den Guide interpretieren und leben müssen.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach dein Rollenverständnis schärfen und die Änderungen gegenüber deinem Team oder Stakeholdern erklären möchtest.
  • Als Product Owner klären willst, wie das neue "Product Goal" dir hilft, den Backlog zu fokussieren und Wertorientierung im Team zu verankern.
  • Als Teammitglied oder Führungskraft verstehen möchtest, was "Self-Management" in der Praxis konkret bedeutet und wie es die Zusammenarbeit verändert.

Episoden-Insights

Vom Regelwerk zur Einladung zum Dialog

Der überarbeitete Guide ist bewusst kürzer und prägnanter formuliert. Er entfernt überflüssige Details und jargon-lastige Beschreibungen, um den Kern von Scrum freizulegen. Diese Klarheit soll weniger als starre Vorschrift, sondern vielmehr als Grundlage für gemeinsames Verständnis und Diskussion im Team dienen.

"Der neue Guide [...] ist eine Einladung für ein Gespräch. Agilität hat viel mit gemeinsamem Verständnis zu tun."

Selbstorganisation wird durch "Self-Management" konkretisiert

Ein zentraler Begriffswandel: Aus "Selbstorganisation" wird "Self-Management". Das ist mehr als Semantik. Während Selbstorganisation oft nur auf die Arbeitsverteilung im Team bezogen wurde, umfasst Self-Management die volle Verantwortung für Wer, Wie und Was der Arbeit. Das Team trifft eigenständig Entscheidungen – innerhalb der durch den Product Goal und Sprint Goal gesetzten Leitplanken.

Das Scrum Team als verantwortliche Einheit

Eine der deutlichsten strukturellen Änderungen: Aus drei getrennten Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam) wird ein Scrum Team mit drei unterschiedlichen Verantwortungsbereichen. Diese Betonung unterstreicht, dass die Erzielung von Wert eine gemeinsame Anstrengung ist, bei der alle an einem Strang ziehen. Der Product Owner bleibt für das Was (Backlog) verantwortlich, das Team für das Wie (Umsetzung), aber die Erfolgsverantwortung liegt bei allen.

Dein nächster Schritt

Verstehst du die theoretischen Änderungen, fragst dich aber, wie du sie konkret in deinem Team umsetzt? Lasst uns mal gemeinsam abgleichen, wo deine größte Herausforderung liegt.

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