Controlling und Scrum

Controller und agile Teams im Konflikt? So schaffen Sie durch Dialog und klare Informationsbedürfnisse Transparenz für bessere Entscheidungen.

23. Februar 202144:53
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Das Wichtigste in Kürze

  • Controller als Lotsen verstehen: Ihre Kernaufgabe ist es, dem Management Transparenz zu schaffen und den Weg zu weisen – nicht, Teams zu kontrollieren. Diese Perspektive verändert die Zusammenarbeit grundlegend.
  • Informationsbedarf aktiv klären: Das größte Risiko sind nicht die gelieferten Zahlen, sondern die Annahmen und Interpretationen, die entstehen, wenn der Dialog fehlt. Fragen Sie nach: "Wofür genau brauchen Sie diese Information?"
  • Empirie statt Vorhersage kommunizieren: Erklären Sie dem Controlling, dass agiles Arbeiten empirisches Arbeiten bedeutet. Statt fester Versprechen liefern Sie Transparenz über Fortschritt und Lernerträge, um gemeinsam Prognosen zu verbessern.
  • Gemeinsame Sprache für Kennzahlen finden: Üben Sie, KPIs (Key Performance Indicators) gemeinsam aufzuschlüsseln: Was ist der eigentliche Schlüssel-Indikator für Performance? Das schafft Klarheit und verhindert dysfunktionale Kennzahlenspiele.

Worum es geht

Viele Organisationen stecken in einem Dilemma: Auf der einen Seite sollen Teams agiler werden, autonom arbeiten und schnell lernen. Auf der anderen Seite braucht das Management – repräsentiert durch das Controlling – Planbarkeit, Steuerungszahlen und die Gewissheit, dass Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden.

Das Problem ist nur: Oft prallen hier Welten aufeinander. Controller fordern Kennzahlen, die agile Teams nicht liefern können oder wollen. Teams fühlen sich durch "falsche" Metriken gegängelt und in ihrer Arbeit fehlgesteuert. Was ich konsistent beobachte, ist, dass dieser Konflikt aus Missverständnissen und mangelndem Dialog entsteht – und am Ende zu schwerwiegenden Fehlentscheidungen führen kann, wie etwa der Auflösung eines eigentlich vielversprechenden Teams.

In dieser Episode gehen wir der Frage nach: Wie können Controller und agile Teams eine produktive Partnerschaft eingehen, die Transparenz schafft und bessere Geschäftsentscheidungen ermöglicht?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach frustrierende Gespräche mit der Finance-Abteilung führst und eine konstruktivere Gesprächsbasis aufbauen möchtest.
  • Als Führungskraft (Teamleiter, Abteilungsleiter) unsicher bist, wie du den Wert und Fortschritt deiner agilen Einheiten steuerst und gegenüber dem Management vertrittst.
  • Im Controlling arbeitest und bessere Einblicke in die Arbeit agiler Teams erhalten möchtest, um relevantere Berichte für das Management zu erstellen.

Episoden-Insights

Controller als Lotsen, nicht als Kontrolleure

Die Rolle des Controllers wird oft falsch verstanden. Es geht nicht primär um Kontrolle, sondern um Transparenz. Ein guter Controller fungiert wie ein Lotse für das Management. Er hilft, die komplexe Wirklichkeit des Unternehmens so aufzubereiten, dass fundierte Entscheidungen getroffen werden können. Wenn agile Teams diese Rolle verstehen, wird die Zusammenarbeit weniger defensiv und mehr auf gemeinsame Ziele ausgerichtet.

"Controller als Lotse [...] als Wegweiser für das Management, um [...] Transparenz reinzubringen."

Die größte Gefahr sind ungeklärte Informationsbedürfnisse

Die dysfunktionalste Dynamik entsteht, wenn Zahlen ohne Kontext geliefert und dann eigenständig interpretiert werden. Versteht mich nicht falsch – die gelieferten Daten sind wichtig. Aber die eigentliche Gefahrenzone ist alles, was nicht kommuniziert wird: der Zweck der Abfrage, die dahinterliegende Sorge des Managements oder die Annahmen, die über das Team getroffen werden. Ein aktiver Dialog ("Wozu brauchst du das?") ist der wirksamste Schutz vor Fehlschlüssen.

"Alles das, was du selber steuerst. [...] Alles, was du entweder nicht rausgibst und was dann einfach reininterpretiert wird."

Agile Transparenz bedeutet empirische Lernkurven

Agiles Arbeiten ist empirisches Arbeiten. Für das Controlling heißt das: Anstelle einer starren, langfristigen Prognose bieten agile Teams Transparenz über ihren aktuellen Fortschritt und ihre gewonnenen Erkenntnisse. Diese regelmäßigen Datenpunkte ermöglichen es, Prognosen immer wieder anzupassen und realistischer zu machen. Die gemeinsame Aufgabe ist es nicht, Versprechen zu halten, sondern systematisch aus Erfahrung zu lernen und die Entscheidungsgrundlage kontinuierlich zu verbessern.

"Agiles Arbeiten heißt empirisches Arbeiten, das heißt systematisch aus Erfahrung lernen."

Dein nächster Schritt

Kommt dir das bekannt vor? Wenn du genau diesen Dialog in deiner Organisation verbessern möchtest, lade ich dich zu einem unverbindlichen Strategiegespräch ein. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen, wo die größten Reibungspunkte liegen und welche ersten Schritte helfen können.

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