User Story Splitting

User Story Splitting geht nicht um kleinere Tasks, sondern um frühen Wert. Lerne, wie du durch vereinfachte Inkremente schneller lieferst und bessere Produkte baust.

18. Mai 202142:30
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Das Wichtigste in Kürze

  • Splitting-Ziel ist früher Wert, nicht kleinere Arbeit. Der Sinn ist, ein vereinfachtes, aber vollständiges Inkrement zu liefern, aus dem das Team lernen kann – nicht, Stories nur in Sprint-Größen zu pressen.
  • Vereinfachen aus Nutzersicht. Frage dich: "Was ist die einfachste Version dieses Features, die für den Nutzer schon einen echten Mehrwert liefert?" Das Dashboard-Beispiel zeigt, dass oft ein simpler Export mehr Wert stiftet als ein komplexes Dashboard.
  • Lernen ist der eigentliche Gewinn. Durch frühe, integrierte Lieferung gewinnst du echtes Feedback und vermeidest teure Fehlinvestitionen in falsch spezifizierte Lösungen.
  • Typische Irrwege erkennen. Fallstricke sind "Einfachstes zuerst" (technisch), "Infrastruktur zuerst" oder "Happy/Unhappy Path" – sie liefern keinen eigenständigen Nutzen und verhindern das Lernen.

Worum es geht

Versteht mich nicht falsch: Die meisten Teams kennen die Übung des Story Splittings. Das Problem ist nur, dass sie oft zum mechanischen Akt verkommt. Stories werden zerkleinert, um sie ins Sprint-Zwangsmaß zu pressen, anstatt dass früher, validierbarer Wert geliefert wird.

Was ich konsistent beobachte ist: Teams bleiben in einer Spezifikationslogik stecken. Sie fragen "Wie detailliert müssen wir die Anforderung beschreiben?", anstatt sich aufzustellen, dass sie weniger Spezifikationen brauchen. Die entscheidende Frage ist daher: Wie transformieren wir Splitting von einem Pflichttermin zu einer Übung, die uns hilft, schneller bessere Produkte zu entwickeln?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach dein Team von mechanischem Refinement zu wertorientierten Diskussionen führen willst.
  • Als Product Owner oder Product Manager frustriert bist, weil große Epics ewig im Backlog liegen und du schnelleres, validierbares Feedback vom Markt brauchst.
  • Als Teammitglied das Gefühl hast, dass Splitting-Sessions Zeitverschwendung sind und keine besseren Ergebnisse liefern.

Episoden-Insights

1. Der Sinn ist frühe Wertlieferung, nicht Zerkleinerung

Effektives Splitting beginnt mit der richtigen Mindset-Frage: "Wie können wir eine vereinfachte, aber vollständige Version dieses Features liefern, die für den Nutzer schon jetzt nützlich ist?" Es geht nicht darum, Arbeit in handliche Häppchen zu teilen, sondern darum, den Feedback-Zyklus so früh wie möglich zu starten. Ein frühes, funktionierendes Inkrement – selbst wenn es "hässlich" ist – ist wertvoller als eine perfekte Spezifikation für etwas, das niemand will.

"Wenn wir aus Nutzer Sicht vereinfachen, haben wir zu allererst die Chance, früher wert zu liefern."

2. Lernen aus integrierten Inkrementen ist der Game-Changer

Der größte Hebel liegt im Lernen. Wenn du ein integriertes Stück Software lieferst (auch wenn es klein ist), gewinnst du Erkenntnisse über Performance, Usability und tatsächlichen Nutzen. Dieses Lernen reduziert das Risiko von Fehlinvestitionen massiv. Die Analogie der Lampenproduktion zeigt: Erst wenn du den gesamten Prozess – vom Gießen über das Lackieren bis zum Verpacken – in einem kleinen Maßstab durchläufst, siehst du die wirklichen Engpässe und Probleme.

3. Vermeide die klassischen Splitting-Fallstricke

Viele Teams splitten entlang technischer oder logischer Linien, die keinen eigenständigen Wert liefern. Kommt dir das bekannt vor?

  • "Einfachstes zuerst": Oft ein reiner Technik-Task ohne Nutzersicht.
  • "Infrastruktur zuerst": Bau einer Plattform ohne zu wissen, ob das darauf gebaute Feature überhaupt gebraucht wird.
  • "Happy/Unhappy Path": Der "Happy Path" allein ist für den Nutzer meist wertlos. Echtes, wertorientiertes Splitting folgt Heuristiken wie "Von vier auf eine Zahlungsmöglichkeit" oder "Von hübsch auf hässlich" – jede Splitt-Version bietet einen nutzbaren Mehrwert.

Dein nächster Schritt

Die Theorie ist klar, aber die Umsetzung in der Praxis ist der schwierige Teil. Wie moderierst du die nächste Splitting-Session so, dass echtes, nutzerzentriertes Denken entsteht?

Praktischer Leitfaden: Wertorientiertes Story Splitting

Lade dir unsere kompakte Checkliste und Moderationsanleitung herunter. Mit konkreten Fragen, Heuristiken und dem Dashboard-Beispiel zum direkten Anwenden im nächsten Refinement.

Leitfaden herunterladen →

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