Statt für Andere zu sprechen, diese besser einbinden

Scrum Master verzweifeln, wenn sie alleine Veränderungen vorantreiben. Lerne, wie du dein Team und Stakeholder direkt einbindest, statt für sie zu sprechen.

11. August 202127:47
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Das Wichtigste in Kürze

  • Stoppe die Stellvertreter-Rolle: Deine größte Wirkung erzielst du nicht, indem du für dein Team sprichst oder argumentierst, sondern indem du die richtigen Räume und Fragen schaffst, in denen sie selbst zu Wort kommen.
  • Nutze existierende Events strategisch: Die Sprint-Review ist dein mächtigstes Tool, um Stakeholder-Perspektiven direkt ins Team zu holen – ohne dass du sie übersetzen musst.
  • Frage nach Skalierung: Anstatt Lösungen vorzugeben, frage dein Team oder den Product Owner: "Was müsste passieren, damit diese Idee nicht nur in unserem, sondern in allen Teams funktioniert?" Das fördert systemisches Denken.
  • Gehe direkt zur Quelle: Wenn du ein Problem bei Stakeholdern vermutest, nimm den Product Owner mit zu einem informellen Kaffee. Das schafft gemeinsames Verständnis, ohne dass du als Filter dazwischenstehst.

Worum es geht

Versteht mich nicht falsch: Als Scrum Master oder Agile Coach siehst du oft als Erster, wo es hakt – sei es in lahmes Retrospektiven, Bottleneck-Experten oder schwachem Product Ownership. Dein Impuls ist es, dich für das Team einzusetzen und die notwendigen Veränderungen voranzutreiben.

Das Problem ist nur: Du landest schnell in der Rolle des einsamen Mahrers und Kümmerers. Du predigst, erklärst und forderst – aber dein Umfeld bleibt passiv. Diese Stellvertreter-Politik ist anstrengend und auf Dauer wirkungslos.

  • Was ich konsistent beobachte ist*, dass der Hebel nicht im mehr Reden, sondern im anders Reden liegt. In dieser Episode geht es darum, wie du den Shift schaffst: Weg davon, für andere zu sprechen, hin dazu, diese direkt einzubinden. Wie du also aus der frustrierenden Einzelkämpfer-Rolle herauskommst und dein Team befähigst, die Veränderung selbst zu tragen.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode spricht direkt die täglichen Frustrationen von Agile Coaches und Scrum Mastern an. Sie ist deine Anleitung, um aus dem Hamsterrad des Erklärens und Mahnens auszusteigen.

Scrum MasterTeam-EinbindungAgile LeadershipStakeholder ManagementRetrospektiveChange Management

Besonders wertvoll, wenn du:

  • Dich oft als einzigen Antreiber im Team fühlst und deine Energie fürs "Predigen" verpufft.
  • Das Gefühl hast, ständig zwischen Team und Stakeholdern zu übersetzen, ohne dass sich etwas bewegt.
  • In Retrospektiven immer die gleichen Themen ansprichst, aber keine nachhaltige Verbesserung siehst.

Episoden-Insights

Erkenntnis 1: Die Stellvertreter-Rolle ist eine Falle

Viel zu oft rutschen wir als Scrum Master in die Rolle des Übersetzers und Fürsprechers. Wir erklären dem Management, warum das Team etwas braucht, oder dem Team, was die Stakeholder wollen. Das mag kurzfristig helfen, langfristig entmündigt es aber beide Seiten und macht uns zum Bottleneck. Wirkliche Veränderung entsteht, wenn die Beteiligten direkt miteinander ins Gespräch kommen und die Konsequenzen ihres Handelns selbst erfahren.

"Viel zu oft sprechen wir als Scrummaster oder Agile Coach für andere und bringen uns dabei eher in so eine Kümmerer-Mahner-Haltung."

Erkenntnis 2: Nutze die Sprint-Review als mächtigsten Einbindungs-Hebel

Die Sprint-Review ist nicht nur ein Demo-Event. Sie ist der perfekte, ritualisierte Rahmen, um Stakeholder und Team direkt zu konfrontieren. Anstatt ihre Feedback-Schleifen zu kanalisieren, lade sie ein und lass das Team ihr Feedback direkt hören. Das schafft eine ungefilterte und damit viel überzeugendere Druck- und Lernquelle als alles, was du als Coach wiedergeben könntest.

Erkenntnis 3: Stelle Skalierungsfragen, um systemisches Denken zu fördern

Wenn das Team eine lokale Lösung für ein Problem findet, ist der nächste logische Schritt oft, diese als Best Practice für alle durchsetzen zu wollen. Ein wirkungsvollerer Ansatz ist es, eine Frage zu stellen: "Was müsste gegeben sein, damit diese Lösung nicht nur bei uns, sondern in allen Teams funktioniert?" Diese Frage zwingt alle Beteiligten, über Teamgrenzen hinweg zu denken und strukturelle, statt lokale, Lösungen zu entwickeln.

Erkenntnis 4: Product Ownership ist eine Team-Verantwortung

Die Qualität der Product Ownership entscheidet über den Erfolg eines Produkts. Sie ist zu wichtig, um sie allein einer Person zu überlassen. Als Scrum Master kannst du den Product Owner befähigen, indem du ihn unterstützt, Verantwortung und Wissen ins Team zu verteilen. Das entlastet ihn vom Bottleneck und macht das Produkt robuster.

"Produkt-Ownership ist zu wichtig, als dass wir es nur einem Product Owner überlassen."

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