Was ist dein Beitrag zu Scrum Theater

Scrum Theater entsteht oft durch falsche Einführung und dein eigenes Verhalten als Scrum Master. Lerne, wie du die Mechanik durch echte Werte ersetzt und Ownership schaffst.

26. Oktober 202345:12
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Das Wichtigste in Kürze

  • Scrum Theater entsteht nicht zufällig, sondern oft durch einen falschen Start, bei dem Teams nur die Mechanik (Events, Artefakte) übernehmen, ohne die zugrundeliegenden Werte wie Transparenz, Inspektion und Anpassung zu verinnerlichen.
  • Deine eigene Haltung als Scrum Master oder Agile Coach ist ein entscheidender Faktor: Die Rolle als "Kümmerer", der alle Probleme löst, fördert Abhängigkeit und verhindert echtes Team-Ownership.
  • Konkrete Indikatoren für Scrum Theater sind: Das Team ist nicht proaktiv, der Product Owner wird zum Flaschenhals, die Definition of Ready dient als Mauer und nicht als Hilfsmittel, und Retrospektiven führen zu keinen echten Veränderungen.
  • Die beste Nachricht ist: Wenn du einen Beitrag zum Problem leistest, hast du es auch in der Hand, etwas zu ändern. Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst – dein eigenes Verhalten und den Einführungsprozess.

Worum es geht

Viele Organisationen implementieren Scrum und stellen frustriert fest, dass die erhofften Agilitäts- und Produktivitätsgewinne ausbleiben. Stattdessen entsteht ein "Scrum Theater": Teams halten ritualhaft Events ab, arbeiten mit Artefakten, aber die eigentliche agile Denkweise und die damit verbundenen Vorteile bleiben aus.

Das Problem ist nur: Oft suchen wir die Schuld bei anderen – beim Management, bei den Teammitgliedern oder den Rahmenbedingungen. Diese Episode dreht den Spieß um und stellt die provokante Frage: Was ist dein eigener Beitrag zu diesem Scrum Theater?

Versteht mich nicht falsch – es geht nicht um Schuldzuweisungen. Was ich konsistent beobachte ist, dass wir als Scrum Master oder Agile Coaches durch unser Verhalten und unsere Herangehensweise bei der Einführung maßgeblich dazu beitragen können, dass sich dysfunktionale Muster verfestigen. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen, welche dieser Muster dir bekannt vorkommen und wie wir von Anfang an den Rahmen für echtes Scrum setzen können.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode spricht direkt dich an, wenn du als Scrum Master, Agile Coach oder auch als Product Owner erlebst, dass eure Scrum-Umgebung sich hohl anfühlt und nicht die versprochenen Ergebnisse liefert.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Das Gefühl hast, dein Team wäre passiv und wartet auf Anweisungen, anstatt Initiative zu zeigen.
  • Die Retrospektiven keine spürbaren Verbesserungen mehr bringen und sich repetitive Muster zeigen.
  • Bei der Einführung von Scrum der Fokus stark auf "den richtigen Ablauf" der Events gelegt wurde, weniger auf das Mindset und die Werte dahinter.

Episoden-Insights

Scrum Theater ist das Ergebnis einer wertelosen Mechanik

Echtes Scrum basiert auf den drei Säulen Empirie, Transparenz, Inspektion und Anpassung. Beim Scrum Theater werden nur die sichtbaren Praktiken und Events kopiert – das Daily, das Sprint Planning, das Backlog –, aber die dahinterliegende empirische Prozesssteuerung und der Mut, wirklich transparent zu sein, fehlen. Es entsteht eine leere Hülse, die zwar wie Scrum aussieht, aber keine der Vorteile liefert.

"Scrum Theater... letztlich aber nur die Mechanik nachahmt, ohne zentrale Kern-Elemente von Scrum zu leben."

Deine Rolle als "Kümmerer" sabotiert Team-Ownership

Ein klassischer Fehler, der zum Scrum Theater beiträgt, ist die Haltung des Scrum Masters als allgegenwärtiger Problemlöser. Wenn du jedes Hindernis aus dem Weg räumst, für alles die Antwort parat hast und das Team "kümmerst", nimmst du ihm die Verantwortung. Das Ergebnis ist ein passives Team, das auf Anweisung wartet – ein moderner Taylorismus mit einem agilen Kringel drumherum. Echte Befähigung bedeutet, das Team in die Lage zu versetzen, seine Probleme selbst zu erkennen und zu lösen.

Der falsche Start bei der Einführung legt den Grundstein für Dysfunktion

Die Art und Weise, wie Scrum eingeführt wird, ist entscheidend. Ein reines "Training-and-Rollout"-Modell, bei dem Teams in die Mechanik eingewiesen und dann sich selbst überlassen werden, ist zum Scheitern verurteilt. Stattdessen braucht es einen gemeinsamen Start, bei dem das Warum der Praktiken verstanden wird und der Rahmen von Anfang an gemeinsam gelebt und gestaltet wird. Ohne dieses gemeinsame Verständnis und Commitment degenerieren die Praktiken schnell zu leeren Ritualen.

"Wenn jetzt erst mal ein Rahmen entsteht, wo ganz viele Praktiken reingegeben werden aus der Idee heraus, 'so macht man das halt in Scrum'... dann ist das eben keine Umgebung, die wirklich Ownership hat."

Dein nächster Schritt

Die Reflexion ist der erste Schritt. Der nächste ist, deine spezifische Situation zu analysieren. Kommt dir das bekannt vor? Hol dir wöchentliche, pragmatische Impulse und Werkzeuge, um Scrum Theater in deinem Umfeld zu erkennen und aufzulösen.

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