Die meisten Firmen suchen nach erfahrenen Scrum Mastern, ist das klug?

Erfahrene Scrum Master sind rar. Wir zeigen, warum der Fokus auf sie dysfunktional ist und wie Unternehmen junge Talente durch Mentoring & passende Rahmenbedingungen erfolgreich machen können.

20. Oktober 202135:09
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Markt für erfahrene Scrum Master ist leergefegt. Der einseitige Fokus darauf zwingt Unternehmen in eine passive Warteposition und verhindert echte agile Transformation.
  • Junge, ausgebildete Scrum Master scheitern oft nicht aus Inkompetenz, sondern weil sie in überfordernde Rollen ohne Starthilfe geworfen werden – was zu „Fassaden“ und Dysfunktionen im Team führt.
  • Die Lösung liegt in einem dualen Ansatz: Unternehmen müssen gezielt Einsteiger einstellen und durch punktuelle externe Begleitung („Starthilfe-“ oder „Reflexionspakete“) und interne Supervision unterstützen.
  • Scrum Master-Einsteiger müssen die Haltung des „siebenjährigen Kindes“ pflegen: neugierig und naiv nachfragen, statt mit Fachjargon eine Fassade der Erfahrung aufzubauen.
  • Erfolg entsteht durch gezieltes Lernen in Communities, das Einholen von Sparring und den Fokus auf konkrete, kleine Fragestellungen statt auf das große Ganze.

Worum es geht

Situation: Viele Unternehmen suchen händeringend nach erfahrenen Scrum Mastern, um ihre agile Transformation voranzutreiben. Gleichzeitig gibt es eine große Anzahl junger, ausgebildeter Menschen, die genau diese Rolle einnehmen möchten, aber keine Chance bekommen.

Komplikation: Dieser Mangel an Erfahrung auf dem Markt führt zu einem paradoxen Problem: Unternehmen finden keine „Fertiglösungen“ und junge Talente werden in Rollen geworfen, in denen sie ohne angemessene Unterstützung überfordert sind. Das Ergebnis sind oft dysfunktionale Teams, Frustration und der Vorwurf, „Scrum funktioniere hier nicht“.

Frage: Ist die starre Suche nach erfahrenen Scrum Mastern also überhaupt klug? Oder gibt es einen besseren Weg, sowohl den Bedarf der Unternehmen zu decken als auch neue Talente erfolgreich zu integrieren? In dieser Episode gehen wir dieser Frage auf den Grund.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

Scrum MasterMentoringPersonalstrategieAgile EinführungTeamentwicklung

Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Personaler oder Führungskraft verzweifelt „Senior Scrum Master“ suchst und keine findest.
  • Als Team- oder Abteilungsleiter erlebst, dass ein junger Scrum Master in deinem Bereich zu scheitern droht oder bereits gescheitert ist.
  • Als Scrum Master-Einsteiger das Gefühl hast, eine Fassade aufrechterhalten zu müssen, und nach praktischen Wegen suchst, um wirklich wirksam zu werden.

Episoden-Insights

1. Das Marktparadoxon lähmt die agile Transformation

Die einseitige Fokussierung auf erfahrene Scrum Master ist eine Sackgasse. Sie zwingt Unternehmen in Passivität und übersieht das eigentliche Potenzial: Scrum ist ein Lernrahmen, der Teams befähigen soll, selbst Probleme zu lösen. Wenn man darauf wartet, dass eine Person alle Lösungen mitbringt, widerspricht das dem agilen Gedanken fundamental. Der Mangel an Seniors ist eine strukturelle Realität, die ein Umdenken in der Personalstrategie erfordert.

"Scrum ist ein Lernrahmen, der für uns kein Problem löst, sondern so aufgestellt ist, dass es uns dabei hilft, aus den Ergebnissen zu lernen."

2. Einsteiger scheitern an den Rahmenbedingungen, nicht am Können

Was ich konsistent beobachte ist, dass junge Scrum Master oft in isolierte Positionen ohne Netzwerk und Unterstützung kommen. Sie versuchen, „erfahren“ zu wirken („Fake it till you make it“), bauen eine Fassade auf und geraten in die „Abkürzungsfalle“, sobald sie erste Erfolge haben. Das eigentliche Problem ist aber nicht ihr fehlendes Wissen, sondern ein Umfeld, das keine sichere Lernumgebung, kein Mentoring und keine Supervision bietet. Das Scheitern ist meist ein Systemversagen.

3. Erfolg braucht einen dualen Support-Ansatz

Die Lösung liegt nicht in noch besseren Einzelkämpfern, sondern in bewusst gestalteten Support-Strukturen. Für Organisationen bedeutet das: Statt einen erfahrenen Super-Scrum-Master zu suchen, stellt lieber einen motivierten Einsteiger ein und kauft ihm gezielt punktuelle externe Begleitung (als Starthilfe oder für regelmäßige Reflexion) ein. Parallel muss intern eine Kultur der Supervision und des Peer-Lernens etabliert werden. Für den Einsteiger heißt die Devise: Suche aktiv Communities, hol dir Sparring und gehe Probleme in kleinen, fokussierten Schritten an.

Dein nächster Schritt

Versteht mich nicht falsch – die Integration junger Scrum Master ist kein Selbstläufer. Sie braucht eine kluge Strategie. Lass uns gemeinsam abgleichen, wie du in deinem Unternehmen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen kannst.

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