Das Wichtigste in Kürze
- Mentoring ist eine informelle, menschliche Begleitung auf Augenhöhe und unterscheidet sich grundlegend von formellem, zielorientiertem Coaching.
- Der echte Wert liegt nicht im Wissenstransfer, sondern darin, Erfahrung, Netzwerk und Reflexion zu nutzen, um Wissen in konkrete Handlungsoptionen für den Mentee zu übersetzen.
- Als Mentor fördern Sie Hilfe zur Selbsthilfe. Ihre Aufgabe ist es nicht, Probleme zu lösen, sondern Menschen zu befähigen, eigene Lösungen zu entwickeln – eine Haltung, die Agile Coaches und Scrum Masters kennen.
- Mentoring-Programme heben ungenutzte Potenziale in Unternehmen, fördern Diversität und geben Talenten Sichtbarkeit, die sonst durch formelle Strukturen rutschen könnten.
Worum es geht
Die Theorie von Mentoring ist schnell erklärt: ein erfahrener Mensch begleitet einen weniger erfahrenen. Versteht mich nicht falsch – das klingt einfach. Die wahre Komplikation beginnt dort, wo es konkret wird: Wie verwandelt man theoretisches Wissen oder Ratschläge tatsächlich in erfolgreiches Handeln in einem neuen Job, einer neuen Rolle oder einer privaten Herausforderung?
Was ich konsistent beobachte ist, dass reines Wissen in der Praxis oft nicht trägt. Es fehlt die Übersetzung in den eigenen Kontext. In dieser Episode gehen wir der Frage nach: Wie wird Mentoring zu diesem wirksamen Übersetzer, der Menschen handlungsfähig macht? Die Antwort liegt nicht in standardisierten Programmen, sondern in einer speziellen Haltung und informellen Beziehung.
Für wen?
Für wen?
Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:
Besonders wertvoll, wenn du:
- Als Scrum Master oder Agile Coach deine Begleitungskompetenzen erweitern und die Mentoring-Haltung für die Arbeit mit Teams und Einzelpersonen nutzen möchtest.
- Als Führungskraft verstehen willst, wie informelle Mentoring-Programme die Talententwicklung und Lernkultur in deinem Bereich nachhaltig fördern können.
- Dich in einer neuen, herausfordernden Position befindest und spürst, dass dir theoretisches Wissen allein nicht weiterhilft, um handlungsfähig zu werden.
Episoden-Insights
Mentoring ist informelle Begleitung, kein formelles Coaching
Der entscheidende Unterschied liegt in der Natur der Beziehung. Coaching ist meist formal, zeitlich begrenzt und zielt auf ein spezifisches Problem oder Ziel ab. Mentoring hingegen ist informell, langfristig angelegt und dient der allgemeinen beruflichen und persönlichen Begleitung. Es geht um den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, in der Raum für Reflexion, Perspektivwechsel und den Zugang zum Netzwerk des Mentors ist.
"Für mich ist es eine informelle Beziehung, die man dort aufbaut... eine menschliche Begleitung."
Die Wirkung entsteht durch Kontext, Netzwerk und Reflexion
Wissen oder Ratschläge sind oft generisch. Ein guter Mentor macht sie für den Mentee anwendbar, indem er sie in dessen konkreten Kontext einbettet, relevante Kontakte aus dem eigenen Netzwerk vermittelt und durch gezielte Fragen zur Selbstreflexion anregt. So wird aus einer abstrakten Empfehlung eine konkrete Handlungsoption. Das ist der Hebel, um "ungenutzte Potenziale" in Organisationen sichtbar und wirksam zu machen.
"Wissen alleine reicht nicht aus, um in einem neuen Kontext zu agieren."
Die Haltung des Mentors: Hilfe zur Selbsthilfe fördern
Die Parallele zu agilen Rollen ist frappierend. Ein effektiver Mentor sieht sich nicht als Problemlöser, sondern als Facilitator. Die Kernaufgabe ist es, den Mentee zu befähigen, seine eigenen Lösungen zu finden und Verantwortung für seine Entwicklung zu übernehmen. Diese Haltung – das eigene Ego zurückzunehmen und den anderen in den Mittelpunkt zu stellen – ist die größte Gemeinsamkeit mit der Arbeit eines Scrum Masters oder Agile Coaches.
"Ich bin nicht da, um Probleme zu lösen, sondern um Leuten zu helfen, zu wachsen, dass sie Probleme lösen können."
Dein nächster Schritt
Kommt dir das bekannt vor? Ob du nun überlegst, Mentor zu werden, oder selbst nach einer solchen Begleitung suchst – der erste Schritt ist immer eine Reflexion des eigenen Kontexts.
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