Lifecycle Management

Warum Teams nur für die Entwicklung optimieren und dann undokumentierte Systeme an den Betrieb übergeben. So vermeidest du technische Schulden von Anfang an.

21. Juni 202225:40
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Das Wichtigste in Kürze

  • Lifecycle-Management beginnt nicht nach dem Go-Live, sondern mit der ersten Codezeile. Es ist die Planung für den gesamten Lebenszyklus eines Features.
  • Das klassische "Über den Zaun werfen" an den Betrieb führt zu undokumentierten, nicht wartbaren Systemen und explodierenden Support-Kosten.
  • Du vermeidest technische Schulden, indem du Betriebs- und Wartungsanforderungen (z.B. Monitoring, Logging, Rollback) von Anfang an als nicht-funktionale Anforderungen definierst.
  • Echte Übergabe an Operations bedeutet einen vollständigen Wissenstransfer, nicht nur eine Deployment-Pipeline. Das Entwicklungsteam bleibt in der Verantwortung.

Worum es geht

Die Situation ist in vielen Teams gleich: Man entwickelt ein neues Feature oder System, optimiert den Prozess für schnelle Auslieferung und übergibt es dann an das Operations-Team. Die Komplikation? Diese Übergabe funktioniert oft wie das "Werfen über den Zaun". Das Ergebnis sind Systeme, die im Betrieb nicht wartbar, schlecht dokumentiert und anfällig für Ausfälle sind.

Die zentrale Frage, die diese Episode beantwortet, lautet: Wie können Entwicklungsteams schon während der Arbeit die spätere Wartung und den Betrieb mitdenken, um diese teuren Folgeprobleme und technischen Schulden von vornherein zu vermeiden?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

Lifecycle ManagementTechnical DebtOperationsWartungWissenstransfer

Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Tech Lead oder Entwickler:in das Gefühl hast, nur für den nächsten Release zu arbeiten und die Wartungsprobleme von gestern aufschiebst.
  • Als Scrum Master erlebst, dass dein Team nach dem "Done" immer noch mit alten Features beschäftigt ist und neue Arbeit darunter leidet.
  • In einem Team arbeitest, das seine Systeme an ein separates Ops-Team "übergibt" und dabei wertvolles Kontextwissen verliert.

Episoden-Insights

Lifecycle-Management ist eine Haltung, kein Prozessschritt

Es geht nicht darum, am Ende der Entwicklung eine Checkliste abzuhaken. Lifecycle-Management bedeutet, bei jeder Architekturentscheidung und bei jedem User Story die Frage zu stellen: "Wie wird das in zwei Jahren gewartet, geupdatet oder ersetzt?" Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams, die das verinnerlicht haben, nicht nur stabilere Software bauen, sondern auch schneller und vorhersagbarer liefern können, weil sie weniger mit Altlasten kämpfen.

Die "Über-den-Zaun"-Mentalität kostet echtes Geld

Das Problem ist nur: Wenn ein Team nur für die Entwicklungsphase optimiert und dann ein undokumentiertes System übergibt, externalisiert es die Kosten. Diese Kosten schlagen im Betrieb voll zu Buche – in Form von nächtlichen Pager-Alerts, stundenlanger Fehlersuche in Blackboxen und unflexiblen, kaum anpassbaren Systemen. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen: Kommt dir das bekannt vor? Diese Kosten sind vermeidbar, wenn Operations von Sprint 1 an mit am Tisch sitzt.

Nicht-funktionale Anforderungen sind dein Rettungsanker

Versteht mich nicht falsch – Features sind wichtig. Aber die wahren Enabler für nachhaltige Software sind die nicht-funktionalen Anforderungen: Wie wird gemonitort? Wie sieht das Logging aus? Gibt es einen Rollback-Mechanismus? Sind die Abhängigkeiten dokumentiert? Diese Fragen müssen genauso Teil der Definition of Done sein wie die funktionale Korrektheit. Sie sind die Investition, die verhindert, dass dein Code schon bei der Auslieferung technisch verschuldet ist.

Dein nächster Schritt

Die Prinzipien des Lifecycle-Managements in die tägliche Praxis zu überführen, braucht oft eine externe Perspektive und konkrete Methoden.

Pragmatisches Lifecycle-Management für Entwicklungsteams

In unserem Workshop entwickeln wir mit deinem Team konkrete Checklisten und Praktiken, um Betriebsanforderungen von Sprint 0 zu integrieren und technische Schulden proaktiv zu vermeiden.

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