Das Wichtigste in Kürze
- Feelgood Management ist eine Haltung, keine Maßnahmenliste: Echte Wertschätzung zeigt sich im täglichen Umgang, nicht in punktuellen Benefits.
- Oberflächliche Gesten schaden mehr als sie nützen: Wenn Mitarbeiter:innen Obstkörbchen als Ersatz für echte Unterstützung erleben, führt das zu Frustration und Zynismus.
- Der Kern liegt in der strukturellen Ermöglichung: Schaffen Sie Rahmenbedingungen, in denen sich Menschen sicher, gehört und wirksam fühlen können.
- Das Problem ist oft die Verwechslung von Symptom und Ursache: Ein Team-Event löst keine grundlegenden Probleme in der Zusammenarbeit oder Führung.
Worum es geht
In vielen Unternehmen ist "Feelgood Management" zu einem Buzzword verkommen, das mit schnellen, sichtbaren Maßnahmen gleichgesetzt wird. Die Situation: Führungskräfte und HR möchten das Wohlbefinden und Engagement der Belegschaft steigern.
Die Komplikation: Oft werden dabei die Symptome bekämpft, nicht die Ursachen. Ein Obstkorb, ein Pizza-Abend oder ein Kickertisch werden als Lösung für tiefer liegende Probleme wie mangelnde Wertschätzung, unklare Ziele oder toxische Kommunikationsmuster eingesetzt.
Die zentrale Frage dieser Episode ist daher: Wie schaffen wir es, weg von oberflächlichen Gesten und hin zu einer Kultur zu kommen, in der sich Mitarbeiter:innen wirklich wertgeschätzt und unterstützt fühlen?
Für wen?
Für wen?
Diese Episode richtet sich an alle, die Verantwortung für das Arbeitsklima und die Zufriedenheit in Teams oder der gesamten Organisation tragen.
Besonders wertvoll, wenn du:
- Als Führungskraft oder Manager:in spürst, dass die Stimmung im Team trotz "Benefits" nicht stimmt.
- In der HR oder Personalentwicklung nachhaltigen Hebeln für Employee Engagement suchst, die über Standard-Maßnahmen hinausgehen.
- Als Scrum Master oder Agile Coach eine Kultur der psychologischen Sicherheit und Wertschätzung im Team fördern willst.
Episoden-Insights
1. Echte Wertschätzung ist alltäglich und unsichtbar
Feelgood Management findet nicht im geplanten Event statt, sondern in den ungeplanten Momenten des Arbeitsalltags. Es zeigt sich darin, ob Führungskräfte wirklich zuhören, ob Feedback sicher geäußert werden kann und ob Fehler als Lernchance behandelt werden. Diese unsichtbaren Faktoren prägen das Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit weit mehr als materielle Benefits.
2. Oberflächliche Benefits können kontraproduktiv wirken
Versteht mich nicht falsch – Obstkörbe oder Events sind nicht per se schlecht. Das Problem ist nur, wenn sie als Alibi oder Ersatz für echte Fürsorge und gute Rahmenbedingungen dienen. Was ich konsistent beobachte ist: Werden diese Dinge als "Lösung" für strukturelle Probleme verkauft, führt das bei den Mitarbeiter:innen zu Frustration, dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, und letztlich zu innerer Kündigung oder Fluktuation.
3. Der Fokus muss auf Ermöglichung liegen
Statt vorzugeben, was "gut" für die Mitarbeiter:innen ist (prescriptive), sollten Führungskräfte und Organisationen die Bedingungen schaffen, unter denen diese ihr Wohlbefinden selbst gestalten können (enablement). Das bedeutet, Autonomie zu gewähren, Ressourcen bereitzustellen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Eine Kultur des echten Feelgood Managements entsteht von innen, sie wird nicht von außen übergestülpt.
Dein nächster Schritt
Die Umsetzung einer Kultur echter Wertschätzung beginnt mit der Reflexion der eigenen Praxis. Unser Newsletter liefert Ihnen monatlich konkrete Impulse und Methoden für eine bessere Führungs- und Teamkultur – direkt anwendbar und ohne Buzzwords.
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