Scrum und seine Einsatzgebiete - Steigende Komplexität erfordert Wandel

Planbasierte Methoden scheitern in komplexen Märkten. Erfahren Sie, warum Scrum eine notwendige Antwort ist und wann es wirklich Sinn macht. Konkrete Einblicke für Führungskräfte und Agile Coaches.

17. Januar 202024:16
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Das Wichtigste in Kürze

  • Scrum ist eine gezielte Antwort auf Komplexität, nicht auf jedes Problem. Es ist dort sinnvoll, wo traditionelle, planbasierte Managementmethoden an ihre Grenzen stoßen – etwa bei Innovation, neuen Technologien oder unsicheren Kundenbedürfnissen.
  • Der Kern ist empirische Prozesskontrolle: In komplexen Umgebungen ist der einzig gangbare Weg, in kurzen Zyklen (Sprints) zu lernen, zu inspizieren und anzupassen – nicht, einen detaillierten Langzeitplan zu verfolgen.
  • Die historische Brücke verstehen: Die für die Industrialisierung optimierten Planungs- und Budgetierungsrituale sind in heutigen dynamischen Märkten oft "beeindruckend gut deplatziert" und behindern die Lieferfähigkeit.
  • Wertorientierung übertrumpft reine Effizienz: Das Ziel ist nicht, einen festgelegten Plan abzuarbeiten, sondern durch iterative Lieferung und Kundenfeedback den Wert eines Produkts kontinuierlich zu maximieren.

Worum es geht

  • Versteht mich nicht falsch* – klassische, planungsgetriebene Vorgehensmodelle waren in der Ära der Industrialisierung beeindruckend effektiv. Die Situation hat sich jedoch fundamental gewandelt: Märkte sind gesättigt, der Wettbewerb ist global, und der technische Fortschritt beschleunigt sich ständig.

Die Komplikation ist, dass die alten Mechanismen – detaillierte Jahrespläne, starre Budgets, lineare Prozesse – in diesem neuen, komplexen Kontext oft nicht mehr funktionieren. Sie erzeugen sogar "absurde" Situationen, in denen Organisationen Angst vor dem Unplanbaren bekommen und stattdessen in bekannten, aber irrelevanten Aktivitäten verharren.

Die sich daraus ergebende Frage lautet also: Wo machen agile Herangehensweisen wie Scrum überhaupt Sinn und wo sind sie fehl am Platz? In dieser Episode gehen wir der Antwort nach, indem wir Scrum nicht als dogmatische Methode, sondern als notwendiges, empirisches Vorgehen für komplexe Herausforderungen erklären.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode richtet sich an alle, die das "Warum" hinter Scrum verstehen müssen, um es erfolgreich anzuwenden oder einzuführen. Sie entmystifiziert Agilität und liefert fundierte Argumente für den notwendigen Wandel.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Führungskraft spürst, dass deine Planungs- und Budgetierungsprozesse in dynamischen Märkten immer häufiger ins Leere laufen und du den Business Case für agiles Arbeiten verstehen möchtest.
  • Als Scrum Master oder Agile Coach das grundlegende Warum von Scrum gegenüber skeptischen Stakeholdern oder neuen Teams klar und überzeugend kommunizieren musst.
  • Als Product Owner oder Product Manager in einem unsicheren Umfeld arbeitest und verstehen willst, warum empirische Steuerung über langfristige, detaillierte Roadmaps gestellt wird.

Episoden-Insights

Scrum ist für komplexe Probleme konzipiert

Scrum ist nicht die Lösung für jedes Arbeitsproblem. Es ist speziell für Domänen gedacht, die durch Ungewissheit, viele unbekannte Variablen und nicht vorhersehbare Ergebnisse gekennzeichnet sind – also für komplexe Probleme im Cynefin-Sinne. In komplizierten, aber vorhersehbaren Umgebungen können traditionelle Methoden oft effizienter sein. Das Problem ist nur, dass viele Organisationen versuchen, Komplexität mit komplizierten, aber starren Plänen zu bekämpfen, was zum Scheitern verurteilt ist.

"Scrum ist für die Bereiche gedacht, wo die klassischen Vorgehensmodelle an ihre Grenze stoßen."

Empirismus ist der einzige Weg durch Komplexität

Wenn man den Ausgang eines Vorhabens nicht vorhersagen kann, bleibt nur ein Weg: empirisch vorgehen. Das bedeutet: In kurzen, wiederkehrenden Zyklen (Sprints) etwas liefern, die Ergebnisse und den Fortschritt transparent machen (Transparenz), diese Ergebnisse bewerten (Inspektion) und daraufhin den nächsten Schritt anpassen (Adaptation). Dieser Kreislauf ersetzt den illusorischen detaillierten Masterplan. Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams und Führungskräfte diesen Paradigmenwechsel vom "Predict-and-Control" zum "Inspect-and-Adapt" unterschätzen.

Der Kontextwandel von der Industrialisierung zur Wissensarbeit

Um zu verstehen, warum Scrum notwendig wurde, muss man den historischen Kontext betrachten. Unsere heutigen Managementrituale – von der Budgetierung bis zur Personalplanung – sind tief in der Logik der Industrialisierung verwurzelt, die auf Standardisierung und Massenproduktion ausgelegt war. Diese Logik ist heute an vielen Stellen "beeindruckend gut deplatziert". Die Herausforderung der modernen Produktentwicklung liegt nicht in der Wiederholung des Gleichen, sondern im Umgang mit Neuem und Ungewissem.

"Wir müssen uns einfach bewusst machen, dass diese Planungsmechanismen... heute an vielen Stellen gechallengt werden."

Dein nächster Schritt

Kommt dir das bekannt vor? Wenn du die diskutierten Herausforderungen in deinem Umfeld wiedererkennst und verstehen möchtest, ob und wie Scrum der passende Ansatz für deine spezifische Situation ist, dann lass uns gemeinsam abgleichen.

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