Das Wichtigste in Kürze
- "Done" bedeutet nicht "geliefert": Viele Teams feiern das Erreichen des Sprint-Ziels, während die Arbeit beim Kunden noch nicht ankommt – diese versteckte Handover-Zeit ist der kritische Blindspot.
- Abhängigkeiten sind der stille Produktivitätskiller: Nicht fehlende Skills, sondern ständige Wartezeiten auf andere Teams oder Entscheidungen bremsen dein Team aus. Diese Blockaden werden oft als normal hingenommen.
- Falsche Metriken belohnen falsches Verhalten: Wenn nur Velocity oder Sprint-Ziel-Erreichung gemessen wird, optimieren Teams für diese Zahlen – nicht für tatsächliche Lieferung von Wert.
- Echte Lieferfähigkeit misst man im Flow: Statt auf Team-internen Takt zu achten, muss der Fokus auf der Gesamtzeit von der Idee bis zum Live-Gang liegen (End-to-End Cycle Time).
Worum es geht
Situation: In vielen Organisationen arbeiten Teams nach Scrum, halten alle Events ab und liefern dennoch konsistent nicht das, was sich Führungskräfte und Stakeholder erhoffen. Die Retrospektiven drehen sich im Kreis, und der Frust wächst auf allen Seiten.
Komplikation: Das Problem ist oft nicht die mangelnde Anstrengung oder fehlendes Wissen des Teams. Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams in einem System arbeiten, das echte Lieferung strukturell verhindert. Sie optimieren lokale Metriken (wie die Velocity) und feiern das "Sprint-Ziel erreicht", während die eigentliche Wertlieferung an den Kuten in einer Grauzone zwischen den Teams versickert.
Frage: Woran liegt es wirklich, wenn Scrum Teams nicht liefern? Und welche Hebel müssen wir umlegen, um von Schein- zu echter Lieferfähigkeit zu kommen?
Für wen?
Für wen?
Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:
Besonders wertvoll, wenn du:
- Als Scrum Master oder Team Lead das Gefühl hast, dein Team rennt gut, kommt aber nie wirklich an.
- Als Product Owner frustriert bist, weil Features ewig brauchen, um beim Kunden zu landen, obwohl die Sprint-Reviews positiv waren.
- Als Führungskraft (Head of, CTO) den Return on Investment deiner Agile-Transformation in Frage stellst und verstehen willst, warum die versprochene Geschwindigkeit nicht materialisiert.
Episoden-Insights
1. Der Mythos vom "Done" und die Realität der Lieferung
Viele Teams verwechseln "Sprint-Ziel erreicht" mit "Wert geliefert". Die Arbeit ist vielleicht "done" nach Definition des Teams, aber sie liegt wochenlang bei einer Infrastruktur-Abteilung, im Security-Review oder wartet auf ein Deployment-Fenster. Diese Zeit zwischen "done" und "beim Kunden" ist unsichtbar und wird nicht gemessen – aber sie tötet die Lieferfähigkeit. Wir optimieren den falschen Teil des Prozesses.
"Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams ihr Sprint-Ziel feiern, während die eigentliche Lieferung noch Lichtjahre entfernt ist. Das ist, als würde man einen Marathon feiern, nachdem man die erste Meile gelaufen ist."
2. Abhängigkeiten sind das strukturelle Gift für Flow
Die größte Bremse für Teams sind nicht fehlende Fähigkeiten, sondern Abhängigkeiten. Warten auf ein anderes Team, auf eine Genehmigung, auf einen externen Dienstleister. Diese Wartezeiten werden internalisiert und als "normal" akzeptiert. Das Team fühlt sich beschäftigt (weil es an anderen Tasks arbeitet), aber der Wert fließt nicht. Echte Lieferfähigkeit entsteht, wenn Teams diese Abhängigkeiten sichtbar machen und das System so umbauen, dass sie verschwinden oder minimiert werden.
3. Metriken lenken das Verhalten – leider oft in die falsche Richtung
Wenn wir nur messen, wie viele Story Points ein Team pro Sprint schafft (Velocity), dann wird das Team alles tun, um diese Zahl zu optimieren. Das führt zu größeren Stories, Aufblähen von Schätzungen und Ignorieren von allem, was nicht in diese Metrik passt – wie eben das Auflösen von Abhängigkeiten. Wir brauchen Metriken, die auf den Gesamterfolg abzielen, wie die End-to-End Cycle Time (von der Idee bis zur Produktion) oder die Deployment Frequency.
Dein nächster Schritt
Kommt dir das bekannt vor? Die Diskussion über echte Lieferfähigkeit ist komplex und sehr kontextabhängig. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen, wo bei euch die größten Hebel liegen.
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