Remote Scrum

Wie Scrum-Trainer die Essenz und Verbindung von Präsenztrainings remote übertragen können. Praktische Tipps für interaktive, effektive Online-Formate.

10. April 202027:57
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kern eines guten Remote-Trainings liegt nicht in der perfekten Methodenvermittlung, sondern in der bewussten Gestaltung von sozialer Verbindung und Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern.
  • Interaktion vor Präsentation: Baue kurze, häufige Interaktionszyklen ein (z.B. über Zoom-Umfragen, Jamboard, Breakout-Sessions), um die Aufmerksamkeit hochzuhalten und Monologe zu vermeiden.
  • Technologie als Enabler, nicht als Hindernis: Wähle einfache, robuste Tools und plane explizite Zeit für die Einführung und den technischen Support ein – besonders für weniger versierte Teilnehmer.
  • Simulationen und praktische Übungen sind auch remote möglich, erfordern aber mehr Vorbereitung und klare, schriftliche Instruktionen, um Verwirrung zu minimieren.
  • Nutze Formate wie häufigere, kürzere Retrospektiven während des Trainings, um kontinuierlich Feedback einzuholen und den Kurs anzupassen.

Worum es geht

Die Umstellung von Präsenz- auf Remote-Formate stellt viele Scrum-Trainer und Agile Coaches vor eine fundamentale Herausforderung. Die Situation ist klar: Die Nachfrage nach Online-Trainings ist hoch, aber die Sorge ebenso – verliert man nicht genau das, was ein Training wertvoll macht?

Die Komplikation liegt auf der Hand. In der physischen Welt entsteht der "Geist von Scrum" fast nebenbei: durch informelle Gespräche in der Pause, den spontanen Austausch von Blicken oder das gemeinsame Arbeiten an einer Whiteboard-Wand. Im Remote-Setting fallen diese Kanäle weg. Was bleibt, ist oft ein Gefühl der Distanz und ein Fokus auf reine Wissensvermittlung.

Die zentrale Frage dieser Episode lautet daher: Wie können wir die Essenz, die Werte und die menschliche Verbindung von Präsenztrainings in ein Remote-Format übertragen, ohne sie zu verwässern? Ralf Kruse und seine Gäste teilen konkrete Erfahrungen, Fehler und Erfolgsrezepte aus der Praxis.

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist ein praxisnaher Leitfaden für alle, die agile Werte und Praktiken in einer virtuellen Umgebung lebendig halten wollen.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach deine Workshops, Retrospektiven oder sogar Zertifizierungstrainings erfolgreich remote durchführen möchtest.
  • Als Trainer vor der Frage stehst, wie du die emotionale Tiefe und den "Aha-Effekt" von Präsenzveranstaltungen online replizieren kannst.
  • Als Führungskraft oder Teamleiter verstehen willst, was ein gutes Remote-Training ausmacht, um die Weiterbildung deines Teams besser einzuschätzen und zu unterstützen.

Episoden-Insights

Die wahre Herausforderung ist der Erfahrungsaustausch

Das Hauptproblem bei Remote-Trainings ist selten die reine Vermittlung von Methodenwissen – das lässt sich auch über Screensharing gut transportieren. Was wirklich fehlt, ist der informelle, soziale und emotionale Austausch zwischen den Teilnehmern, der in Präsenz natürlich entsteht. Remote muss dieser Austausch bewusst designed und aktiv gefördert werden.

"Das, was wirklich fehlt, ist nicht so sehr die Methodenvermittlung, [...] dieser Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern."

Interaktion muss geplant und strukturiert werden

In einem Raum spürst du, wenn die Energie sinkt. Remote siehst du oft nur stumme Kacheln. Die Lösung sind kurze, regelmäßige Interaktionsimpulse. Das können schnelle Umfragen, gemeinsames Brainstorming auf einem digitalen Whiteboard (wie Google Jamboard) oder gezielte Diskussionen in Breakout-Rooms sein. Ziel ist es, die Teilnehmer alle paar Minuten aktiv einzubinden, anstatt sie 45 Minuten lang zu berieseln.

Technologie dient der Verbindung, nicht dem Show-Effekt

Versteht mich nicht falsch – die richtigen Tools sind wichtig. Aber der Fokus sollte auf Stabilität und Einfachheit liegen, nicht auf komplexen Features. Wichtiger ist die Haltung im Umgang mit Technik: Plane explizit Zeit für die Einführung ein, habe Geduld mit technischen Problemen und schaffe eine Atmosphäre, in der es okay ist, nach Hilfe zu fragen. Kommt dir das bekannt vor? Für viele Teilnehmer war ein Remote-Training der erste intensive Kontakt mit solchen Tools.

"Für viele von denen war das so der erste Tag, wo sie echt Remote arbeiten. [...] Wie würde ich im Steinzeit-Menschen dabei helfen, hier auf die Technologie zu gehen?"

Dein nächster Schritt

Die Diskussion hat dir konkrete Ideen gegeben, aber du möchtest das Thema Remote Facilitation vertiefen und von strukturierten Methoden profitieren?

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