Scrum in Hardware

Hardware-Entwicklung ist langsam und starr. Lerne, wie du mit Scrum trotz physischer Constraints schneller iterierst und lernst – ein Marathon, kein Sprint.

4. Dezember 202049:01
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Das Wichtigste in Kürze

  • Architektur vor Geschwindigkeit: Um Hardware inkrementell zu entwickeln, musst du zuerst deine Architektur und Bau-Fähigkeiten dafür aufbauen. Schnelligkeit kommt danach.
  • Der lange Atem zählt: Eine agile Transformation in der Hardware-Branche ist ein Marathon – es geht um nachhaltige Veränderung von Prozessen und Denkweisen, nicht um schnelle Sprints.
  • Physische Constraints managen: Nutze konkrete Techniken wie "Risiko-Post-Its" und moderne Prototyping-Technologien (z.B. 3D-Druck), um physische Risiken früh sichtbar zu machen und zu adressieren.
  • Die zwei Gesichter der Ingenieure: Verstehe das Spannungsfeld: Ingenieure sind zu Hause oft Innovatoren, im etablierten Unternehmensumfeld aber "Industriebeamte" – die Transformation muss hier ansetzen.

Worum es geht

Die Entwicklung physischer Produkte – von Autoteilen bis zu Industrieanlagen – ist traditionell von langen Planungszyklen, starren Prozessen und der Angst vor teuren Fehlern geprägt. In einer Welt, die nach schneller Anpassung und Innovation verlangt, wird dieses Modell zum Risiko.

Das Problem ist nur: Wie soll schnelles Lernen und Iterieren funktionieren, wenn ein Prototyp Monate braucht und Fehler immense Kosten verursachen? Viele versuchen, Agile-Methoden wie Scrum einfach zu übertragen und scheitern an der physischen Realität.

In dieser Episode gehen wir der Frage nach: Wie muss Scrum angepasst und gedacht werden, um in der Hardware-Entwicklung wirklich Wert zu liefern – ohne leere Versprechungen?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Agile Coach oder Scrum Master in einem produzierenden oder technischen Unternehmen arbeitest und spürst, dass "textbook Scrum" hier nicht passt.
  • Als Führungskraft in der Entwicklung die Innovationsgeschwindigkeit erhöhen willst, aber an langen Zykluszeiten und starren Prozessen verzweifelst.
  • Als Produktverantwortlicher (PO/PM) für hardware-lastige Produkte frühes und häufiges Kundenfeedback benötigst, aber durch physische Prototypen ausgebremst wirst.

Episoden-Insights

Erfolg beginnt mit der richtigen Architektur

Du kannst nicht einfach schneller arbeiten wollen, wenn deine gesamte Systemarchitektur auf monolithische, langlaufende Zyklen ausgelegt ist. Was ich konsistent beobachte ist: Die Fähigkeit zur inkrementellen Entwicklung muss aktiv aufgebaut werden. Das bedeutet, in modulare Designs, standardisierte Schnittstellen und Testfähigkeiten zu investieren, bevor man von kurzen Iterationen träumt.

"Wenn du Hardware inkrementell und mit hoher Schlagzahl entwickeln willst, musst du deine Architektur und deine Fähigkeiten zum Bauen so entwickeln, dass das auch möglich ist."

Es ist ein Transformation-Marathon, kein Sprint

Versteht mich nicht falsch – erste Erfolge sind wichtig. Aber die tiefgreifende Veränderung in etablierten Hardware-Unternehmen dauert. Es geht nicht um das Einführen von Sprints, sondern um das Verändern einer oft jahrzehntealten Kultur des "Vorschiebens von Spezifikationen". Die Metapher des Marathons schützt vor unrealistischen Erwartungen und fördert die nötige Ausdauer bei allen Beteiligten.

"Das ist ein Marathonlauf und nicht unbedingt ein Sprint."

Die Ingenieurs-Kultur verstehen und adressieren

Ein zentraler Hebel liegt im Mindset der Ingenieure. Oft herrscht ein innerer Konflikt: Der Drang, innovative Lösungen zu finden, prallt auf ein Unternehmensumfeld, das Risikominimierung und Planabweichung bestraft. Diese Dynamik führt zu dem bekannten Phänomen: "Zu Hause bin ich Innovator und in der Firma bin ich Industriebeamter." Eine agile Transformation muss dieses Spannungsfeld anerkennen und sichere Räume für Experimente schaffen.

Dein nächster Schritt

Du kämpfst mit den spezifischen Herausforderungen, Agile in hardware-dominierten Umgebungen zu verankern? Lass uns mal gemeinsam abgleichen, wo du stehst und welche Hebel in deinem Kontext wirksam sein könnten.

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