Effectuation & Scrum

Wie Scrum-Teams mit den Prinzipien der Effektuation (Mittelorientierung, leistbarer Verlust) in komplexen, ungewissen Situationen handlungsfähig und innovativ bleiben.

29. Dezember 202052:39
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Das Wichtigste in Kürze

  • Handeln mit den vorhandenen Mitteln: Statt auf perfekte Analysen zu warten, fragt Effektuation: "Wer bin ich? Was kann ich? Wen kenne ich?" und setzt genau dort an.
  • Den "leistbaren Verlust" definieren: Anstatt nach maximalem Gewinn zu streben, priorisiere Vorhaben danach, was du zu verlieren bereit bist – das reduziert das Risiko und ermöglicht mutigere Experimente.
  • Zukunftsbilder gemeinsam gestalten: In komplexen Umgebungen ist die Zukunft nicht vorhersehbar, aber verhandelbar. Baue auf Partnerschaften, um gemeinsam neue Märkte und Möglichkeiten zu schaffen.
  • Überraschungen als Chance nutzen: Plane nicht stur einen Pfad, sondern sei offen für unerwartete Ereignisse – sie können wertvolle neue Richtungen aufzeigen.

Worum es geht

  • Die Welt wird immer komplexer und ungewisser.* Das ist eine oft gehörte Floskel. Das Problem ist nur: Viele Teams und Führungskräfte wissen dann nicht mehr, wie sie konkret handeln, entscheiden oder innovative Ergebnisse erzielen sollen. Die klassische Planungslogik ("Predictive Control") stößt hier an ihre Grenzen.

Was also tun? In dieser Episode schauen wir uns mit Heiko Bartlog das Konzept der Effektuation an. Es ist aus der Beobachtung erfolgreicher Unternehmer entstanden und bietet eine völlig andere Handlungslogik für genau solche Situationen. Wir übertragen die Prinzipien konkret auf die Arbeit in und mit Scrum-Teams und fragen uns: Wie können wir mit dem, was wir haben, starten und aus dem, was passiert, lernen?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode ist besonders wertvoll, wenn du:

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach deinem Team helfen willst, aus der Opferhaltung ("Uns fehlen die Ressourcen") herauszukommen und mit dem Vorhandenen handlungsfähig zu werden.
  • Als Product Owner oder Product Manager Priorisierungsentscheidungen unter großer Ungewissheit treffen musst und nach einem Framework suchst, das über reine ROI-Betrachtungen hinausgeht.
  • Als Führungskraft spürst, dass klassische Planungszyklen in dynamischen Märkten nicht mehr funktionieren und du nach einer alternativen Logik für Innovation und Führung suchst.

Episoden-Insights

1. Mittelorientierung statt Zielorientierung

Der effektuale Ansatz dreht die klassische Logik um. Statt ein festes Ziel zu analysieren und dann die nötigen Mittel zu beschaffen, startest du mit deinen vorhandenen Mitteln: Wer bist du? Was kannst du? Wen kennst du? Aus der Kombination dieser Mittel entstehen neue, oft unerwartete Möglichkeiten. In Scrum bedeutet das: Schau nicht nur auf das Product Backlog, sondern auch auf die konkreten Fähigkeiten und Netzwerke deines Teams.

"Alles, was ich mitgestalten kann, muss ich nicht analysieren."

2. Das Prinzip des leistbaren Verlusts

Anstatt immer den erwarteten Gewinn zu maximieren, fragst du: Was bin ich bereit, zu verlieren? Welchen Aufwand an Zeit, Geld und Ressourcen kann ich verschmerzen, um etwas Neues auszuprobieren? Diese Perspektive macht Experimente viel einfacher und weniger risikobehaftet. Jeder Sprint wird so zu einem definierten, leistbaren Verlust – nicht zu einer Garantie auf einen bestimmten Nutzen.

3. Partnerschaften und Commitment

In unsicheren Umgebungen kannst du die Zukunft nicht vorhersagen, aber du kannst sie mit anderen gemeinsam gestalten. Effektuation ermutigt dazu, frühzeitig Partnerschaften mit denen einzugehen, die sich ebenfalls committen. Dadurch entsteht ein Sicherheitsnetz und die Zukunft wird durch die Vereinbarungen dieser Partner aktiv geformt. Für Scrum-Teams heißt das: Sucht euch früh Feedback- und Kooperationspartner, statt im stillen Kämmerlein zu planen.

Dein nächster Schritt

Die Prinzipien der Effektuation bieten ein mächtiges Mindset für agiles Arbeiten. In unserem Newsletter teilen wir regelmäßig konkrete Methoden und Reflexionsfragen, wie du diese Ideen in deinem Team anwendest.

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