Jira und Scrum

Jira dominiert oft Ihr Scrum-Team? Lernen Sie, wie Sie das Tool für echte Transparenz und Zusammenarbeit nutzen, statt von seinen Voreinstellungen beherrscht zu werden.

6. April 202137:45
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jira ist nur dann wertvoll, wenn Ihr Team die volle Kontrolle über Workflows und Konfiguration hat – nicht umgekehrt.
  • Typische Dysfunktionen wie "Mein-und-Dein-Sprint" oder der "Tool-Jockey" zerstören gemeinsame Verantwortung und machen Transparenz zum Feind.
  • Die zentrale Rolle agiler Begleiter ist es, Enabler zu sein, nicht der technische Admin für ein Tool.
  • Holen Sie sich beim ersten Setup professionelle Hilfe, um grundlegende Fehlkonfigurationen von vornherein zu vermeiden.
  • Echte Transparenz entsteht, wenn das Tool die gemeinsame Wirklichkeit des Teams abbildet, nicht die individuelle Sicht einzelner Rollen.

Worum es geht

Viele Scrum-Teams nutzen Jira mit dem Ziel, mehr Transparenz und Effizienz zu schaffen. Das Problem ist nur: Oft passiert genau das Gegenteil. Das Tool mit seinen komplexen Voreinstellungen und Workflows beginnt, die Arbeitsweise des Teams zu diktieren.

Was ich konsistent beobachte ist, dass Teams in dysfunktionale Muster verfallen: Plötzlich gibt es "seinen" und "meinen" Sprint, der Fokus verschiebt sich von der gemeinsamen Wertschöpfung hin zum Ticket-Jonglieren, und die Rolle des Scrum Masters degeneriert zum "Tool-Jockey". In dieser Episode gehen wir mit Agile Coach und Jira-Experten Lars Mehmann der Frage nach: Wie nutzen wir Jira so, dass es uns dient – und nicht wir ihm?

Für wen?

Für wen?

Diese Episode spricht alle an, die Jira im Scrum-Kontext nutzen und spüren, dass das Tool mehr Probleme schafft als löst. Die Insights sind besonders praxisnah für diejenigen, die direkt mit der Konfiguration und Nutzung zu tun haben.

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Besonders wertvoll, wenn du:

  • Als Scrum Master oder Agile Coach das Gefühl hast, mehr Zeit mit Jira-Admin-Aufgaben als mit Team-Entwicklung zu verbringen.
  • In einem Team arbeitest, das in "Mein-und-Dein-Sprint"-Denken verfallen ist oder wo Transparenz durch das Tool verloren geht.
  • Vor der Entscheidung stehst, Jira neu einzuführen oder bestehende dysfunktionale Workflows grundlegend zu überarbeiten.

Episoden-Insights

1. Das Tool ist nicht das Problem – die Konfiguration und Nutzung sind es

Jira ist ein mächtiges, neutrales Werkzeug. Der Schaden entsteht nicht durch die Software selbst, sondern durch die Art und Weise, wie Teams sie einrichten und anwenden. Versteht mich nicht falsch: Die Standardkonfigurationen sind oft komplex und fördern Silodenken. Die Verantwortung liegt aber beim Team, diese Konfiguration aktiv an seine Bedürfnisse anzupassen, anstatt blind den Vorgaben zu folgen.

"Nicht Jira macht die Realität in Firmen kaputt, das machen die Leute in der Konfiguration und der Arbeit schon selber."

2. Die Rolle des Enablers vs. des Tool-Jockeys

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Haltung der agilen Begleiter. Ihre Aufgabe ist es, das Team zu befähigen, das Tool souverän für seine Zwecke zu nutzen. Das bedeutet, sich vom technischen Administrator ("Tool-Jockey") zum Coach und Enabler zu entwickeln, der das Team in die Lage versetzt, Workflows selbst zu gestalten und zu verstehen.

"Ich will nicht der Tool-Typ sein, ich will eher der Enabler sein."

3. Investition in das initiale Setup spart langfristig Schmerz

Ein häufiger Fehler ist, dass Teams glauben, sie müssten Jira im Alleingang einführen und konfigurieren. Das führt fast zwangsläufig zu grundlegenden Fehlern, die später nur mit großem Aufwand korrigiert werden können. Der strategisch klügere Weg ist, sich initial Unterstützung von jemandem zu holen, der sowohl Jira als auch agile Zusammenarbeit versteht.

"Macht es nicht alleine, wenn ihr das erste Mal Jira benutzt, holt euch irgendjemand dazu."

Dein nächster Schritt

Kommt dir das bekannt vor? Wenn Ihr Team unter diesen Jira-Dysfunktionen leidet, muss das nicht so bleiben. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen, wo genau der Hebel für eure Situation ansetzt.

Tool-Nutzung im Team reflektieren

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