Das Wichtigste in Kürze
- Skalierung ist kein Selbstzweck: Das Ziel ist nicht, ein Framework wie SAFe dogmatisch einzuführen, sondern mit agilen Ansätzen mehr Wirkung zu erzielen.
- Vermeiden Sie Kompensationsskalierung: Große Blaupausen gaukeln Sicherheit vor, verhindern aber schlanke, kontextspezifische Lösungen für Ihre echten Herausforderungen.
- Fragen Sie: 'Was skalieren wir eigentlich?': Skalieren Sie nicht einfach Prozesse, sondern die Fähigkeit der Organisation, wertvolle Ergebnisse zu liefern.
- Lernen Sie aus gemeinsamer Erfahrung: Eine skalierte agile Organisation entsteht durch passgenaue Entwicklung und Lernen im eigenen Kontext, nicht durch das Kopieren von Modellen.
Worum es geht
Agile Skalierung ist ein kontroverses Thema, über das viele aus ihrem spezifischen Hintergrund sprechen. Die Situation: Organisationen stehen unter Druck, Agilität über einzelne Teams hinaus auszurollen.
Die Komplikation: Was ich konsistent beobachte ist, dass viele Skalierungsansätze – wie SAFe oder das kopierte "Spotify-Modell" – eher Teil des Problems werden. Sie werden als schwere Blaupausen implementiert, die Sicherheit vorgaukeln, aber in Wirklichkeit schlanke, maßgeschneiderte Lösungen verhindern. Das Problem ist nur, dass dadurch Strukturen vergrößert, aber keine echte Wirkung erzielt wird.
Die zentrale Frage dieser Episode ist daher: Was skalieren wir eigentlich? Und wie können wir uns wirkungsvoll, nicht einfach nur groß, aufstellen?
Für wen?
Für wen?
Diese Episode richtet sich an alle, die in oder mit großen, agilen Transformationen zu tun haben und das Gefühl haben, dass der aktuelle Weg nicht die versprochenen Ergebnisse bringt.
Besonders wertvoll, wenn du:
- Als Scrum Master oder Agile Coach in einer SAFe- oder anderen Framework-Implementierung steckst und nach pragmatischen Alternativen suchst.
- Als Führungskraft Budget für Skalierungsprojekte verantwortest und sichergehen willst, dass in Wirkung und nicht in Bürokratie investiert wird.
- Die Erfahrung machst, dass Ihre Organisation nach der "Skalierung" träger und weniger anpassungsfähig statt agiler geworden ist.
Episoden-Insights
Skalierung sollte "Wirkung skalieren" bedeuten
Agilität im Großen sollte der Anstoß sein, wie wir uns insgesamt besser aufstellen, um mit weniger Mitteln mehr Wirkung zu erzielen. Es geht nicht darum, die aktuelle Abteilungsstruktur einfach nur agil zu überstülpen. Stattdessen müssen wir uns fragen: Wie stellen wir uns zu unserer spezifischen Herausforderung so effektiv wie möglich zusammen? Das erfordert eine schlanke, passgenaue Organisationsentwicklung, die aus eigener Erfahrung lernt.
"Ich halte diesen Fokus auf 'wie stellen wir unsere Abteilung [...] so um, wie sie gerade ist?' für falsch."
Große Frameworks sind oft Teil des Problems
Ansätze wie SAFe werden häufig als Kompensationsstrategie gewählt – aus der Angst heraus, die Kontrolle zu verlieren oder weil man eine vermeintlich sichere, vorgefertigte Lösung sucht. Versteht mich nicht falsch, Struktur kann helfen. Doch was ich beobachte, ist, dass diese Blaupausen oft die eigentliche, komplexe Arbeit der kontextsensitiven Organisationsgestaltung ersetzen. Sie erzeugen träge Systeme, die nicht mehr agil, sondern einfach nur groß sind.
Skalierung braucht kontextspezifische Entwicklung, nicht Blaupausen
Echte Skalierung entsteht nicht durch das Kopieren von Modellen, sondern durch die Entwicklung einer Organisation, die zu ihrer eigenen Herausforderung passt. Das zeigt das Beispiel von Google und Kubernetes: Hier wurde eine Lösung für ein konkretes, internes Problem entwickelt, die später skalierte. Der Ansatz muss von innen nach außen und von der Herausforderung her gedacht werden, nicht von einem generischen Framework her.
Dein nächster Schritt
Die Diskussion über sinnvolle Skalierung ist komplex und kontextabhängig. Lasst uns mal gemeinsam abgleichen: Kommt dir das bekannt vor? Tauschen Sie sich mit anderen Praktikern aus und erhalten Sie regelmäßig vertiefende Einblicke in agile Organisationsentwicklung.
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Die wichtigsten Fragen und Antworten aus Episode #120:
Ressourcen
Erwähnt in der Folge
Certified Enterprise Coach(Training)
Ralf empfiehlt den Certified Enterprise Coach (und die damit verbundene Reflexion) als einen der besten Wege, um sein Wissen als Agile Coach auf Enterprise-Ebene zu reflektieren und zu konsolidieren.
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