Das Wichtigste in Kürze
- Agile Rollen wie Scrum Master sind besonders anfällig für emotionale Erschöpfung, weil sie ständig für das Team und die Organisation "arbeiten".
- Das Problem ist oft strukturell: Die Rolle ist darauf ausgelegt, anderen zu dienen, eigene Grenzen zu setzen wird aber selten aktiv gefördert.
- Dein Wohlbefinden ist keine Nice-to-have, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige und wirksame Arbeit. Ohne sie bist du langfristig für niemanden hilfreich.
- Erkennen ist der erste Schritt: Achte auf Signale wie anhaltende Müdigkeit, Zynismus oder das Gefühl, emotional "aufgezehrt" zu sein.
- Praktische Schritte beginnen mit kleinen, klaren Grenzen – zum Beispiel in Bezug auf Arbeitszeiten oder die Übernahme zusätzlicher emotionaler Lasten.
Worum es geht
Die Arbeit als Scrum Master oder Agile Coach ist fordernd. Im Kern geht es darum, anderen zu helfen, besser zusammenzuarbeiten, Hindernisse zu beseitigen und Veränderungen zu begleiten. Diese ständige Fokussierung auf das Wohl und die Probleme anderer kann jedoch einen hohen Preis haben.
- Was ich konsistent beobachte ist*, dass Menschen in diesen Rollen ihre eigene emotionale und mentale Gesundheit hintanstellen. Sie fungieren als Puffer für Konflikte, als Motivator in schwierigen Phasen und als ständiger Ansprechpartner. Das Problem ist nur: Dieses "Dienen" wird selten durch klare strukturelle Rahmenbedingungen oder eine Kultur der eigenen Grenzziehung unterstützt. Die Folge ist ein schleichender Prozess der Erschöpfung.
In dieser Episode schauen wir uns an, warum diese Rollen so anfällig für emotionale Erschöpfung sind, welche Warnsignale es gibt und – am wichtigsten – welche konkreten Schritte du unternehmen kannst, um für dein eigenes Wohlbefinden zu sorgen, ohne deine Wirkung zu verlieren.
Für wen?
Für wen?
Diese Episode richtet sich direkt an alle, die in dienenden oder unterstützenden Rollen im agilen Kontext arbeiten und das Gefühl kennen, dass die Arbeit mehr von ihnen fordert, als sie dauerhaft geben können.
Besonders wertvoll, wenn du:
- Als Scrum Master oder Agile Coach das Gefühl hast, emotional "leer" oder ausgelaugt zu sein.
- Schwierigkeiten hast, "Nein" zu sagen oder klare Grenzen zwischen deiner Arbeit und deiner Erholung zu ziehen.
- Beobachtest, dass Kollegen in ähnlichen Rollen Anzeichen von Überlastung oder Zynismus zeigen und du verstehen willst, wie du dich und andere besser schützen kannst.
Episoden-Insights
Erkenntnis 1: Die Erschöpfung ist oft systemisch bedingt
Die Rolle des Scrum Masters oder Agile Coaches ist per Definition dienend. Dein Erfolg misst sich am Erfolg anderer. Diese ständige Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Teams und der Organisation, kombiniert mit oft unklaren Erwartungen, führt dazu, dass eigene Grenzen schwer zu kommunizieren und durchzusetzen sind. Die Erschöpfung ist daher selten ein persönliches Versagen, sondern häufig ein Symptom für ein System, das die Gesundheit derjenigen, die es stützen sollen, nicht aktiv schützt.
Erkenntnis 2: Dein Wohlbefinden ist die Grundlage deiner Wirksamkeit
Versteht mich nicht falsch – es geht nicht darum, egoistisch zu sein. Es geht um Nachhaltigkeit. Ein ausgebranntes, emotional leeres Teammitglied kann auf Dauer niemandem helfen. Die Fürsorge für dich selbst ist damit eine professionelle Notwendigkeit und die Voraussetzung dafür, dass du langfristig deine Rolle effektiv ausfüllen kannst. Ohne diese Basis kollabiert früher oder später deine Fähigkeit, wirklich zu unterstützen.
Erkenntnis 3: Grenzen setzen beginnt mit kleinen, klaren Schritten
Der Gedanke, von heute auf morgen alles zu ändern, ist überwältigend und unrealistisch. Praktikables Enablement startet mit konkreten, kleinen Handlungen. Das kann bedeuten, deine Kalender für fokussierte Arbeit zu blockieren, nach Feierabend konsequent nicht mehr auf Nachrichten zu reagieren oder im Retrospective-Meeting klar zu benennen, wenn du eine bestimmte emotionale Last nicht mehr tragen kannst. Diese kleinen Akte der Selbstfürsorge sind machbar und schaffen nach und nach einen neuen, gesünderen Rahmen für deine Arbeit.
Dein nächster Schritt
Die Reflexion über das eigene Wohlbefinden ist der erste Schritt. Der nächste ist, regelmäßig Impulse und konkrete Praxistipps zu erhalten, wie du gesund und wirksam bleibst.
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Erwähnt in der Folge
Agiles Mentoring-Programm(Training)
Ralf stellt sich vor und erwähnt, dass er seit über drei Jahren ein agiles Mentoring-Programm anbietet, aus dem er viel lernt und in dem gängige Muster und Herausforderungen besprochen werden.
Weitere Ressourcen aus dem Netz
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