AI Data Platforms

Warum Firmen AI Data Platforms aufbauen

Nicht, um alle Daten zu zentralisieren. Sondern um Daten, Bedeutung, Zugriff und AI-Betrieb übergreifend handhabbar zu machen.

Stand: Juli 2026 · wird weiter aktualisiert · Fokus: Plattform, Semantik, Governance, Betrieb und OSS-Optionen.

Die Plattform ist nicht der Ausgangspunkt

Eine AI Data Platform soll Synergien über den Datensatz einer Organisation schaffen. Das gelingt nur, wenn Daten auffindbar und zugänglich sind, ihre fachliche Bedeutung geklärt ist und jede Nutzung kontrollierbar bleibt.

Databricks, Snowflake und Microsoft Fabric sind deshalb nicht nur Tools. Sie sind unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie verbinden wir Daten, Semantik, Governance und Betrieb, ohne einen neuen Monolithen zu bauen?

Die vier Schichten

Datenbasis

Daten aus Fachsystemen verfügbar machen, ohne sie zwangsläufig alle umzuziehen.

Bedeutungsschicht

Begriffe, Kennzahlen und Beziehungen so definieren, dass Menschen, BI und Agents dieselbe Sprache nutzen.

Governance

Zugriffe, Lineage, Policies und Auditierbarkeit über Daten und AI Assets hinweg regeln.

Betrieb

Modelle, Agents und Workflows registrieren, überwachen, ändern und bei Bedarf stilllegen.

Eine Vendor-Linse, kein Einkaufskatalog

Die Produkte unterscheiden sich. Die zugrundeliegenden Fragen bleiben: Welche Daten werden geteilt? Wer verantwortet ihre Bedeutung? Wie werden Modelle und Agents kontrolliert?

Databricks

Lakehouse, Federation, Unity Catalog und Feature Engineering. Stark, wenn Daten, ML und Agenten in einer Plattform zusammenlaufen sollen.

Snowflake

Cloud-Datenplattform mit Horizon Catalog und Semantic Views. Fokus auf governte Daten und Business-Kontext für Analyse und AI.

Microsoft Fabric

OneLake, Power-BI-Semantik und Fabric IQ. Naheliegend, wenn Microsoft 365, Power BI und Azure bereits die Arbeitsumgebung prägen.

Atlan

Kein Ersatz für eine Datenplattform, sondern ein aktiver Katalog- und Governance-Layer über vorhandenen Daten- und AI-Systemen.

Ausbaustufen: wann welches Setup hilft

Die eigentliche Frage ist nicht nur welches Tool passt, sondern welche Reifestufe gerade hilft. Jede Stufe löst eine andere Praxisfrage — und jede Stufe bringt neue Fragen mit sich.

Stufe 1: Sichtbar machen

Hilft, wenn Daten verteilt sind und niemand weiß, was wo liegt. Ziel: finden, lesen, verstehen.

Stufe 2: Gemeinsam definieren

Hilft, wenn Fachbereiche dieselben Begriffe und Kennzahlen brauchen. Ziel: Semantik und Kontext vereinheitlichen.

Stufe 3: Governed Platform

Hilft, wenn Zugriffe, Freigaben und Lifecycle kontrolliert werden müssen. Ziel: Policies, Registry und Runtime-Control.

Stufe 4: Föderierte Skalierung

Hilft, wenn mehrere Domänen eigenständig liefern, aber gemeinsame Standards brauchen. Ziel: Hub-and-Spoke oder federierte Ownership.

Open Source statt Vendor-Lock-in?

Die offene Alternative ist kein einzelnes Produkt. Sie ist eine Architektur aus offenen Bausteinen, die dieselben Aufgaben übernehmen: speichern, semantisieren, katalogisieren, regeln, messen.

Table Layer

Iceberg oder Delta Lake als offener Storage-/Tabellen-Standard für datengetriebene AI-Stacks.

Semantic Layer

dbt Semantic Layer oder Cube, wenn Begriffe, Kennzahlen und Kontext vendor-neutral bleiben sollen.

Catalog / Governance

DataHub, OpenMetadata, Apache Atlas oder Egeria für Discovery, Lineage und Regeln.

ML / Lifecycle

MLflow als offener Kern für Tracking, Registry und Modell-Lifecycle.

Welches Organisationsmodell passt?

Die Wahl ist nicht zentral gegen dezentral. Die tragfähige Frage lautet: Was muss gemeinsam geregelt sein, und wer kann lokal Verantwortung übernehmen?

Erst gemeinsame Standards

Wenige Domänen, hoher Regelungsbedarf oder regulierte Daten: Zugriffslogik, Katalog und klare Verantwortlichkeiten zuerst.

Hub-and-Spoke

Zentrale Guardrails und Plattformkompetenz, während Fachdomänen Datenprodukte und konkrete Use Cases verantworten.

Föderierte Ownership

Viele fachlich eigenständige Domänen mit reifer Datenkompetenz: gemeinsame Semantik und Policies, lokale Delivery.

Vier Fragen vor der Toolauswahl

  • Welche Daten müssen organisationsübergreifend nutzbar sein — und welche nicht?
  • Welche Begriffe, Kennzahlen und Qualitätsregeln müssen für alle gleich gelten?
  • Wer besitzt Datenprodukte, AI-Lösungen und ihre Risiken im Betrieb?
  • Wo brauchen wir zentrale Guardrails, wo lokale Delivery und wo menschliche Freigaben?