AI Data Strategy

Welche Datenarchitektur KI im Unternehmen braucht

KI braucht mehr als Modelle. Tragfähig wird sie erst, wenn Daten, Bedeutung, Katalog, Governance und Betrieb zusammenpassen.

Diese Seite sortiert die Landkarte: zentrale Plattform, Data Fabric, Data Mesh, Hub-and-Spoke, AI Registry, Lifecycle und Runtime Governance.

Das Missverständnis

„KI ist nur so gut wie die Daten“ greift zu kurz

Der Satz stimmt. Aber er ist zu ungenau. Für KI sind Daten nicht nur Rohstoff. Sie werden Training, Kontext, Feedback, Produkt, Risiko und Betriebssignal.

Deshalb reicht klassische Data Governance nicht mehr aus. Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob Daten sauber sind. Die Frage ist, welche Daten unter welchen Regeln in welche Umgebung dürfen, wer Bedeutung und Qualität verantwortet, und wie sich AI-Systeme im Betrieb kontrollieren lassen.

Die entscheidende Frage ist nicht: Welche Plattform kaufen wir? Die Frage ist: Welche Daten, Bedeutungen, Verantwortlichkeiten und Kontrollpunkte müssen tragfähig sein, damit AI im Betrieb funktioniert?

Ralfs Perspektive

Die fünf Bausteine

Woraus eine AI Data Strategy besteht

Eine AI Data Strategy ist keine reine Plattformentscheidung. Sie verbindet Datenbasis, Bedeutung, Katalog, Lifecycle und Kontrolle im Betrieb.

Datenbasis

Quellen, Qualität, Zugriff, Residency und Klassifikation. Ohne diese Basis bleiben AI Use Cases zufällig.

Semantic / Context Layer

Business-Begriffe, Metriken, Kontext und Bedeutung. AI braucht nicht nur Daten, sondern verstandene Daten.

AI Solution Catalog

Modelle, Agents, Tools und Use Cases mit Owner, Risk Tier, Status, Datenquellen und Review-Datum.

Lifecycle Management

Assess, Select, Build, Validate, Deploy, Monitor, Change, Retire. Governance endet nicht beim Go-live.

Runtime Governance

Policies, Human Oversight, Tool-Call-Kontrolle, Tracing, Monitoring, Incidents und Audit Evidence.

Architekturpfade

Zentral, Fabric, Mesh oder Hub-and-Spoke?

Die Entscheidung ist selten entweder zentral oder dezentral. Die meisten Organisationen brauchen zentrale Standards und lokale Verantwortung zugleich.

Zentrale AI Data Platform

Stärke
Einheitliche Governance, Standards, Zugriff und Betriebsfähigkeit.
Risiko
Kann zum Bottleneck oder Plattform-Monolithen werden.
Passt, wenn
Frühe Reife, wenige Domänen, hoher Standardisierungsbedarf.

Data Fabric

Stärke
Aktive Metadaten, Lineage, Katalog, Policies und Zugriff über verteilte Quellen.
Risiko
Funktioniert nur mit guter Metadatenqualität und klaren Policies.
Passt, wenn
Wenn Daten verteilt bleiben, aber auffindbar, governbar und nutzbar werden müssen.

Data Mesh

Stärke
Domänen besitzen Datenprodukte, Qualität, Semantik und SLAs.
Risiko
Ohne gemeinsame Standards entsteht Fragmentierung.
Passt, wenn
Wenn Fachdomänen viel Kontext haben und zentrale Teams zum Engpass werden.

Hub-and-Spoke

Stärke
Zentrale Standards und Guardrails plus lokale Ownership und Delivery.
Risiko
Unklare Zuständigkeit, wenn Hub und Spokes nicht sauber getrennt sind.
Passt, wenn
Wenn AI skalieren soll, ohne zentrale Plattform zum alleinigen Flaschenhals zu machen.

Begriffe entwirren

Drei Verwechslungen, die man vermeiden sollte

Data Fabric ≠ Microsoft Fabric ≠ Fabric AI

Data Fabric ist ein Architekturansatz. Microsoft Fabric ist eine konkrete Plattform. Fabric AI von Daniel Miessler ist ein Open-Source-Framework für AI-Workflows und Prompt-Patterns.

AI Registry ≠ Model Registry ≠ Data Catalog

Die AI Registry trägt Business-Kontext, Risiko und Governance über alle AI-Systeme. Die Model Registry versioniert Modelle. Der Data Catalog beschreibt Datenbestände und Lineage.

Data Mesh ist kein Tool

Data Mesh ist ein Ownership-Modell. Domänen übernehmen Verantwortung für Datenprodukte. Technologie unterstützt diese Logik, ersetzt sie aber nicht.

AI Solution Catalog

Ein Katalog ist mehr als eine Toolliste

Ein AI Solution Catalog ist der Kontrollpunkt für AI Assets. Er macht sichtbar, was läuft, wer es besitzt, welche Daten es nutzt, welches Risiko es trägt und ob es weiter betrieben werden darf.

Zweck und Use Case
Owner und verantwortliches Team
Datenquellen und Data Inputs
Risk Tier und regulatorische Kategorie
Systemtyp: Modell, Agent, Tool oder Workflow
Deployment-Umgebung
Output-Aktionen
Monitoring- und Incident-Status
Letztes Review und nächstes Review-Datum
Change- und Retirement-Status

Lifecycle und Betrieb

Governance beginnt nach dem Go-live erneut

AI-Systeme verändern sich im Betrieb. Daten driften, Nutzung wandelt sich, Modelle und Agenten handeln in neuen Kontexten. Deshalb braucht AI Lifecycle und Runtime Governance.

01

Assess

02

Select

03

Build

04

Validate

05

Deploy

06

Monitor

07

Change

08

Retire

Runtime Governance heißt:

Policies werden nicht nur dokumentiert, sondern zur Laufzeit geprüft. Bei Agents bedeutet das: Input, Kontext, Tool Calls, Output, Human Escalation, Logging und Audit Evidence müssen zusammen gedacht werden.

Hören, ansehen, weiterlesen

Quellen, die die Architekturfragen vertiefen

Nicht als Autoritätsdeko, sondern als Vertiefung: Jede Quelle beantwortet eine andere Architekturfrage.

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Entscheidungshilfe

Sechs Fragen, bevor Tools entschieden werden

  • Müssen Daten physisch zentralisiert werden oder reicht governter Zugriff?
  • Gibt es Domänen, die Datenprodukte wirklich besitzen können?
  • Gibt es einen AI Registry oder Solution Catalog?
  • Gibt es ein Lifecycle-Modell nach Deployment?
  • Gibt es Runtime Policies für Agents und automatisierte Workflows?
  • Sind Semantik und Business-Begriffe zentral genug geklärt?

Weiterführende Pfade

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