Sprint Review
Überprüfung des fertigen Inkrements mit Stakeholdern
Zweck
Feedback zum Produktinkrement einholen und Product Backlog anpassen
Das Sprint Review reflektiert den aktuellen Stand der Produktentwicklung und schafft gemeinsames Verständnis mit Stakeholdern. Es ist KEINE Statusmeldung oder Abnahme-Meeting, sondern eine interaktive Arbeitssession. Der Fokus liegt auf "Inspect & Adapt" des Produkts, nicht nur auf isolierter Feature-Demonstration. Basierend auf dem Feedback werden neue Erkenntnisse ins <a href="/scrum/artefakte/product-backlog/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Product Backlog</a> aufgenommen.
💡 Key Insight
Wir wollen ein gemeinsames Verständnis gewinnen, wie wir das Produkt in Bezug auf das Product Goal weiterentwickeln können.
Video: Sprint Review
Community Insights: Sprint Review in der Praxis
Die RemoteScrum Community teilt praktische Erfahrungen und Einblicke aus echten Scrum-Implementierungen:
Sprint Review in der Praxis: Stakeholder richtig einbinden
RemoteScrum Session zu effektivem Stakeholder-Management im Sprint Review
Sprint Review Workshop: Feedback-Kultur etablieren
Wie Teams konstruktives Feedback im Sprint Review fördern und nutzen
Sprint Review Remote: Virtuelle Demos meistern
Best Practices für Sprint Reviews in verteilten Teams
Ablauf
- Product Owner begrüßt alle
- Präsentation des fertigen Inkrements
- Diskussion über das, was erreicht wurde
- Überprüfung des Product Backlogs
- Planung für den nächsten Sprint
Best Practices
- ✓Demonstration, nicht Präsentation
- ✓Echte Stakeholder einladen
- ✓Offenes Feedback fördern
- ✓Product Backlog anpassen
- ✓Ergebnisse dokumentieren
Häufige Fehler
- ✗Formelle Präsentation statt Demo
- ✗Keine echten Stakeholder
- ✗Kein echtes Feedback
- ✗Keine Anpassung des Backlogs
- ✗Zu technische Demonstration

Beispielhafte Agenda für ein effektives Sprint Review
Häufig gestellte Fragen
Der größte Fehler ist, das Sprint Review als reines Abnahme- oder Statusmeeting zu missverstehen, bei dem man lediglich Ticket für Ticket abhakt („Story-Uphark-Meeting"). Dabei verliert man den Blick auf das große Ganze, es entsteht kein wertvoller Austausch mit Stakeholdern und das Team versinkt in administrativen Details. Der eigentliche Zweck – das Inspizieren und Adaptieren des Produktinkrements im Gesamtkontext – geht völlig verloren, was zu enormer Zeitverschwendung führt.
Indem man aktiv daran arbeitet, den Anteil von Abnahmethemen auf etwa 20% zu reduzieren. Das gelingt, indem das <a href="/scrum/rollen/entwicklungsteam/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Entwicklungsteam</a> den Product Owner proaktiv und frühzeitig über den Fertigstellungsgrad informiert, sodass im Review nur letzte Klärungen nötig sind. Gleichzeitig muss die strategische <a href="/scrum/artefakte/product-vision/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Product Vision</a> in den Vordergrund gestellt werden, damit Stakeholder sich für übergeordnete Ziele und nicht für das „Klein-Klein" der einzelnen Tickets interessieren. So entsteht Raum für Diskussion und Bewertung.
Weil in vielen Organisationen über Jahre ein gestörtes Verhältnis zwischen Fachbereichen und Entwicklungsteams gewachsen ist, geprägt von Überraschungen, Misstrauen und mangelnder Empathie. Einfach das Format zu ändern reicht nicht aus. Diese tiefsitzenden Muster – wie technisches Jargon-Überladen, übermäßige Detail-Spezifikationen vor Beginn oder schlechtes Erwartungsmanagement – müssen erst schrittweise abgebaut werden. Das erfordert bewusste Arbeit an der Zusammenarbeit und oft eine Vorleistung des Scrum Teams.
Nicht alle auf einmal einladen! Der empfohlene Ansatz ist, zunächst nur ein oder zwei „befreundete" Stakeholder als Versuchskaninchen einzuladen. Mit ihnen übt das Team den informellen Austausch, holt explizit Feedback zum Format und verbessert das Review schrittweise. So vermeidet man das Risiko, alle wichtigen Personen in einem unvorbereiteten, möglicherweise schlechten Meeting zu vergraulen. Aus diesem Feedback heraus kann man dann gezielt weitere Stakeholder einladen und das Format kontinuierlich anpassen.
Eine bewährte Agenda besteht aus vier Teilen: 1. Einordnung ins große Ganze (<a href="/scrum/artefakte/product-vision/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Product Vision</a>, Sprint-Ziel). 2. Eine flüssige Demo, die wie eine Stadtführung den Gesamtkontext zeigt und gezielt Gespräche triggert („Jamie Oliver"-Prinzip: vorbereitet und ohne Stopp-and-Go). 3. Diskussion übergreifender Themen (z.B. Performance, Risiken, nicht-funktionale Anforderungen) mit vorbereiteten Visualisierungen. 4. Kurzes Feedback zum Review-Format selbst, um es iterativ zu verbessern.
Ja, ein effektives Alternativformat ist das „Messe-Setup". Mehrere Teams stellen ihre <a href="/scrum/artefakte/inkrement/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Inkremente</a> gleichzeitig in verschiedenen Ecken eines Raumes vor. Gäste und andere Teammitglieder rotieren in einem festen Takt (z.B. alle 15 Minuten) zwischen den Stationen. Dies schafft eine kleinere, informellere Gesprächsatmosphäre, ermöglicht intensive Diskussionen und gibt den Teams die Chance, ihre Präsentation und Interaktion durch Wiederholung schrittweise zu verbessern.
Effektives Sprint Review einführen: 5 Schritte zum erfolgreichen Stakeholder-Dialog
Systematischer Aufbau eines Sprint Reviews das echten Austausch zur Produktausrichtung ermöglicht, statt zum Status-Meeting zu verkommen
Product Ownership als Fundament schaffen
Etabliere eine klare Product Vision für die Einordnung. Sorge für gutes Splitting von Mehrwerten als Basis für offenen Austausch über die weitere Produktgestaltung.
Abnahme nicht ins Review auslagern
Kläre "Was ist Done?" bereits im Sprint mit dem Product Owner basierend auf der <a href="/scrum/artefakte/definition-of-done/" className="text-brand-600 hover:text-brand-700 font-medium">Definition of Done</a>. So bleibt im Review Zeit für strategische Diskussion zur Produktausrichtung statt für Abnahme-Debatten.
Agenda-Skelett bewusst ausgestalten
Nutze das Grundgerüst (Einordnung → Demo → Übergreifende Punkte → Feedback) und passe es bewusst an deinen Kontext an, sodass der Zweck erfüllt ist.
Start Small mit befreundeten Stakeholdern
Beginne mit ersten freundlichen Stakeholdern. Positioniere es als Lernopportunität für die Ausgestaltung. Erweitere schrittweise statt "All in" zu gehen.
Kontinuierlich aus Feedback verbessern
Hole nach jedem Review kompakt Feedback zur Ausgestaltung ein. Bleibe offen zur Intention eines guten Reviews und strebe stetige Verbesserung an.
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Sprint Review gestalten: 4-Schritte-Agenda für echten Dialog, Messe-Format als Alternative, Stakeholder schrittweise einbinden. Vom Story-Abhaken zum wertvollen Produkt-Austausch.
#29: Sprint Review Probleme lösen – Vertrauen & Engagement mit Lothar Fischmann
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