Visual Facilitation

Unser Gast - Karoline Hanelt

Karoline Hanelt ist selbstständige Prozessbegleiterin im Kontext von Wandel. Als Facilitator, Agile Coach und Visual Facilitator begleitet sie Menschen und Organisationen in Veränderungsprozessen. Die Verknüpfung von Menschen, dem wertschöpfendem Sinn ihres Handelns und die Entfaltung ihres vollen Potentials ist der Kern von Karolines Arbeit: „connecting the dots – people, purpose, potential“. In diesem Sinne steht sie für Entwicklung, neue Perspektiven und effektives Gestalten.

In meinen Rollen als Prozessbegleiter, Change Facilitator, Transformation Coach, Organisationsentwickler, Agile Coach, Visual Facilitator, Kompetenzvermittler und Trainer begleite ich Organisationen und Unternehmen, Teams und Menschen in Phasen des Wandels und Veränderungsprozessen. Einladend, partizipativ, sinnorientiert und wertschöpfend. Kurzfristig und punktuell oder über eine längere Phase. Alleine oder im Team aus Coaches / Facilitatoren.

Visual Facilitation

Facilitation steht für Ermöglichen, Partizipation und Kollaboration. Ein Facilitator ist ein Prozessbegleiter, der an die Weisheit der Gruppe glaubt und den Prozess der Entfaltung dieser Weisheit begleitet. Visualisieren bedeutet das bildhafte Darstellen von „etwas“. Themen jeglicher Art werden visuell und damit leicht verständlich a

 

ufgearbeitet. Und was ist nun Visual Facilitation? Und wie grenzt es sich speziell von anderen Formen der Visualisierung ab? Was ist der Mehrwert, wie kann ich es lernen und anwenden? Um diese Fragestellungen geht es im Folgenden und wir geben Antworten!

 

Welche Bereiche des visualisierens gibt es? 

Sobald man in die Welt des Visualisierens eintaucht, begegnet einem eine Fülle an Formen. Nur ein Verständnis für die einzelnen Formen gibt uns die Möglichkeit zu erkennen, wozu uns Visualisieren konkret dienlich sein kann. Wir geben einen Überblick:

 

Sketchnoting ist:
• das Anfertigen visueller Notizen
• im kleinen Format
• für den persönlichen Gebrauch.
> Es ist also eine visuelle Mitschrift in Form von Textcontainern, die mit Symbolen unterstützt werden.

Graphic Recording ist:
• das visuelle Protokollieren, bzw. Dokumentieren in Echtzeit
• im zugänglichen Format (große Graphic Wall in Präsenz bzw. digitale Übertragung in
Remote)
• für eine größere Gruppe.
> Es ist quasi die „große Schwester“ des Sketchnotings mit einem hohen Anspruch an die Fähigkeit des Zuhörens und Filterns seitens des Graphic Recorders.

Visualisierung ist:
• die visuelle Aufbereitung von Inhalten, die wir bislang überwiegend in Form von Texten, Diagrammen und PowerPoint Präsentationen kennen
• im dienlichen Format (häufig Flipchart)
• für eine andere oder mehrere Personen.
> Es ist die bildliche Darstellung zur leichteren Verständlichkeit von spezifischen Inhalten.

Visual Facilitation ist:
• die Unterstützung von Gruppenprozessen
• durch gezielte visuelle Interventionen
• als Hebel für wirksamere Kommunikation und
• effektivere Zusammenarbeit.
> Es ist die visuell geführte Einladung zu echter Beteiligung.

Wie kann uns Visual Facilitation unterstützen?

Visual Facilitation hilft uns auf zwei Dimensionen mehr Effektivität in unsere Zusammenarbeit zu bringen. Bilder sind häufig multiverständlich. Über jegliche Sprachbarrieren hinaus dienen uns Icons weltweit zur Orientierung. Damit ermöglichen Visualisierungen grundsätzlich schon Komplexität zu reduzieren und Informationen, Themen oder Sachverhalte leicht zugänglich aufzubereiten. Neurowissenschaftlich betrachtet ist es erwiesen, dass unser Gehirn Bilder nicht nur schneller verarbeitet als Text, sondern dass sich Informationen durch eine emotionale bildliche Darstellung auch besser verankern lassen, die Erinnerung also auch schneller wieder aktiviert werden kann. Lernen funktioniert am besten ganzheitlich, also mit allen Sinnen. Durch das visuelle Aufbereiten arbeiten Kopf und Kreativität zusammen – was du hörst oder liest, „wandert“ durch dein Ohr oder Auge durch dein Gehirn und wie durch (oder mit?!) Zauberhand aufs Papier oder Tablet. Ein absoluter Brainboost! Da man nicht nicht kommunizieren kann (Paul Watzlawik), ist die Form unserer Kommunikation um so wesentlicher, sie ist quasi der Kompass unseres Handelns. Bildsprache unterstützt uns in unserer Kommunikation. Nach David Sibbet geschieht dies in vier Schritten: Die Vorstellungskraft wird geweckt, indem die Information visuell zugänglich gemacht wird. Durch die Transparenz des Bildes wird Beteiligung erzeugt und ermöglicht das „big picture“, das wie eine Landkarte dient und im vierten Schritt dann die Handlungsaktivität befördert.

Welche Auswirkungen hat das auf unsere Zusammenarbeit? 

Durch gehirngerechte, bildhafte Aufarbeitung von Informationen, Strukturen oder Prozessen kommen wir schneller und direkter in echten Dialog. Unsere Kommunikation wird wirksamer und effektiver, weil ein Bild als Darstellung komplexer Zusammenhänge leichter gemeinsam weiterzuentwickeln ist als geschriebener Text. Inhalte und Verbindungen lassen sich viel einfacher ab“bilden“ und so erreichen wir viel leichter ein gemeinsames Verständnis.
Die Bildsprache unterstützt Prozesse und Gruppen hin zu Selbstorganisation, weil konkrete Kommunikation möglich geworden ist. Den eigenen Prozess grafisch zu verfolgen und immer überblicken zu können, ist ein Game changer.

Wie kann mir Visual Facilitation vor allem im agilen Umfeld helfen? 

Besonders als Scrum Master oder Agile Coach ist die Fähigkeit gefragt, die Teammitglieder in ihrer produktiven Zusammenarbeit und kontinuierlichen Weiterentwicklung zu unterstützen.
Da sich Scrum Master und Agile Coaches dabei meist in hochkomplexen Umfeldern bewegen, ist die zugängliche visuelle Aufbereitung von Informationen, Themen, Strukturen und Prozessen komplexitätsreduzierend und ermöglicht eine effektivere und wirksamere Zusammenarbeit. Auch bei kommunikativen Herausforderungen wie Konflikten schafft eine visuelle Aufarbeitung schnell Transparenz und lädt damit leichter zum echten Miteinander-Denken ein.

Wie kann ich starten?

Einfach machen! Visualisieren an sich ist grundsätzlich ganz einfach. Schon eine logische Anordnung, saubere Schrift, passende Container und Pfeile, die Verbindungen aufzeigen, schaffen mehr Klarheit als jede schriftliche Abhandlung.
Es gibt tolle Bücher und viel Input in den entsprechenden Netzwerken und so kann man recht leicht einfach mal starten! Für den Einstieg ins Visual Facilitation, also wirklich zielgerichtete visuelle Prozessintervention, empfiehlt sich ein Einstiegstraining. Hier gibt es inzwischen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Für
konkretes Erlangen von visueller Kompetenz im agilen Kontext biete ich spezielle
Weiterbildungsformate an: www.strahlkraft-facilitation.de
 

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